Aktuelles
Klavierauszugband Serie VIII, Bd. 7 erschienen
Nach dem Doppelband mit den Einlage- und Konzertarien ist nun auch der Band Klavierauszüge von Einlage- und Konzertarien sowie Ouvertüren erschienen (Serie VIII, Bd. 7). Der von Markus Bandur, Solveig Schreiter, Joachim Veit und Frank Ziegler edierte Band enthält Webers eigene Klavierauszuüge zu den beiden Einlagearien zu Méhuls Héléna und Cherubinis Lodoiska, feerner die vier Konzertarien "Il momento s'avvicina" (WeV E.1a), "Misera me!" (WeV E.3a), "Signor, se padre sei" (WeV E.5a) und "Sei tu sempre" (WeV E.6a). In den Band aufgenommen sind auch die beiden Ouvertüren zu Turandot (WeV F.1a) und die Jubel-Ouvertüre (WeV M.6a). Damit stehen bereits zu den meisten Einlage- und Konzertarien auch Klavierauszüge zur Verfügung, Aufführungsmaterialien zu den Arien sollen in Bälde folgen.
19. März 2010
Silvana - pünktlich zum 200. Geburtstag aus dem Dornröschenschlaf erweckt
Am 16. September 1810 ging in Frankfurt am Main zum erstenmal Webers, auf dem Theaterzettel als heroische Oper in drey Aufzügen bezeichnete, Silvana über die Bühne. Pünktlich zum 200jährigen Jubiläum, wenn auch wenige Monate früher, erweckem das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Ulf Schirmer das Werk in der Urfassung wieder zum Leben. Am 18. April 2010 um 19.00 Uhr wird die Oper in einer konzertanten Aufführung im Münchner Prinzregententheater erklingen. Solisten sind Michaela Kaune (Sopran), Ferdinand von Bothmer (Tenor), Jörg Schörner (Tenor), Detlef Roth (Bariton) und Simon Pauly (Bariton), die Choreinstudierung liegt in den Händen von Robert Blank. Diese Aufführung stützt sich auf die in Vorbereitung befindlichen Materialien der Weber-Gesamtausgabe, deren Mitarbeiter (und Notensetzer) gegenwärtig für dieses Ereignis rastlos tätig sind. Neben der groß besetzten dreiaktigen Partitur waren ein 280seitiger Klavierauszug für die Praxis (Webers eigener Auszug umfasste nicht alle Nummern) und ein mehr als 1000seitiges Aufführungsmaterial zu erstellen, einzurichten und zu korrigieren. Nur durch eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Weberausgabe (der Band wird von Markus Bandur herausgegeben), Notensetzer (Frank Litterscheid) und Verlag (und viel Verständnis auf Seiten der Veranstalter) ist ein solch riesiges Unternehmen in der kurzen Vorbereitungszeit überhaupt machbar. So war z.B. der Chor-Klavierauszug schon zwei Tage nach Ablieferung der PDF-Vorlagen in 50 sauber gedruckten Exemplaren beim Münchner Veranstalter und konnte sogleich für Proben verwendet werden. Die gut 700seitige Partitur steht unmittelbar vor dem Abschluss, die Stimmen sollten in Kürze ebenfalls beim Veranstalter sein.
Die Weber-Ausgabe ist sehr glücklich über diese Zusammenarbeit mit der musikalischen Praxis, werden die Anregungen der Aufführung doch unmittelbar in die Diskussionen um die endgültige Gestalt des Ende 2010 erscheinenden Gesamtausgabenbandes mit einfließen und die Materalien zugleich für weitere Aufführungen zur Verfügung stehen. Ebenso erfreulich ist der Umstand, dass im Kontext der Aufführung auch eine CD-Aufnahme erstellt wird und so auch für eine weiterklingende Reklame für das Werk sorgt. Wir werden an dieser Stelle nochmals eingehender über das Unternehmen berichten.
7. März 2010
Doppelband mit Einlage- und Konzertarien liegt vor
Inzwischen liegt der Doppelband mit Einlagen in fremde Bühnenwerke, Konzertarien und Duette mit Orchesterbegleitung, Serie iII, Bd. 11 vor. Der Umfang des von Markus Bandur, Solveig Schreiter und Frank Ziegler herausgegebenen Bandes war alleine im Notenteil auf knapp 300 Seiten angewachsen, so dass sich Herausgeber, Redaktion und Verlag entschieden, in diesem Falle den Band mit dem 271 Seiten umfassenden kritischen Bericht separat zu drucken und damit die Benutzung zu erleichtern. Der erste Band enthält neben dem Notentext auch ein umfangreiches Vorwort von Frank Ziegler.
Es ist zu hoffen, dass mit dieser Publikation zahlreiche der hier nun zugänglich gemachten Kompositionen, die sich bisher weder in der Praxis etabliert hatten (der Grund lag sicherlich auch im Fehlen zuverlässiger Aufführungsmateralien) noch in der Forschung eingehender wahrgenommen wurden (einzig die Dissertation von Oliver Huck bildete hier eine Ausnahme), wieder Eingang ins Musikleben finden. Sechs der acht Einalgen (darunter zwei Fragmente) und zwei der sechs Konzertnummern erscheinen in der Originalversion hier erstmals überhaupt im Druck. Den Kompositionen für den Konzertgebrauch liegen ausschließlich italienische Texte (meist von Metastasio) zugrunde, was hinsichtlich der lange Zeit fast aussschließlichen Wahrnehmung Webers als "Nationalkomponist" die Beschäftigung mit diesen Werken sicherlich behinderte. Auffallend ist bei Weber sein freier Umfang mit den Textvorlagen.
Der Kritische Bericht des Bandes setzt sich eingehend mit der teils komplizierten und sehr unterschiedlichen Quellenlage auseinander, der Forscher findet hier umfangreiches neues Material zu diesen Werken. Der Band mit den Klavierauszügen zu Konzert- und Einlagearien sowie Ouvertüren (Serie VIII, Bd. 7) ist gegenwärtig im Druck (die hier publizierten Auszüge stammen von Weber selbst) und wird zusammen mit dem im Laufe des Jahres herzustellenden Aufführungsmaterialien hoffentlich dafür sorgen, dass viele dieser Werke bald nicht nur in Papierform zugänglich sind.
7. März 2010
Tagungsband Paderborn 2007 jetzt erschienen
Vom 6. bis 8. Dezember 2007 hatte das DFG-Projekt "Entwicklung von Werkzeugen für digitale Formen wissenschaftlich-kritischer Musikeditionen" (allgemein besser bekannt unter dem Namen "Edirom") gemeinsam mit der Weber-Ausgabe im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn eine internationale und zugleich interdisziplinäre Tagung zum Thema Digitale Edition zwischen Experiment und Standardisierung durchgeführt, die sich als Fortsetzung eines Dialogs mit Vertretern der Musikwissenschaft und der Germanistik verstand, der durch die Mainzer Konferenz Digitale Medien und Musikedition im November 2006 in der dortigen Akademie der Wissenschaften stattgefunden hatte. Der Tagungsbericht zu der Paderborner Veranstaltung ist jetzt als Band 31 der von Winfried Woesler herausgegebenen Reihe Beihefte zu editio erschienen. Herausgegeben wurde er von dem ehemaligen Edirom-Mitarbeiter Peter Stadler (jetzt Mitarbeiter der WeGA) und Joachim Veit. Der 322seitige Band enthält u.a. auch eine Mustercodierung eines Weber-Briefes und einen zweiseitigen Auszug aus Webers Tagebuch, jeweils mit Faksimile, ferner einen ausführlichen Beitrag von Daniel Röwenstrunk zu der digitalen Edition von Webers Klarinettenquintett mit einem Vergleich der Versionen von 2004 und 2008.
Siehe hierzu auch die auf der Edirom-Seite bereits dokumentierten Addenda et Corrigenda.
(15. Januar 2010)
