## Title: Carl Maria von Weber an Gottfried Weber in Mannheim. Basel, 9. Oktober 1811 ## Author: Weber, Carl Maria von ## Version: 4.2.0 ## Origin: http://weber-gesamtausgabe.de/A040432 ## License: http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ S: Wohlgebohren Herrn Licentiat Gottfried Weber in Mannheim. Deinen Brief, oder vielmehr die Abschrift des Plans vom 25. 7ber habe ich hier d: 5t 8ber bey meiner Ankunft gefunden. ist das auch erlaubt daß man nur so ein paar Worte dazu schreibt? die Sonate wird nebst einem Aufsaz über das Schaffhauser Concert sogleich spedirt werden. Gott gebe seinen Seegen dazu. daß du aus der Bemerk: gelesen hast das B: A: Weber Concert giebt, und Beer spielt ist etwas stark, und verdient der Musje Beer eine ordentliche Nase darüber. Uebrigens ref: mir hübsch ordentlich über das Concert, und sage unpartheisch, was du von W. hältst, ich kann aufrichtig sagen, daß ich keinen sonderlichen Geschmak an seinen Comp: finden kann. vide Rec: der Deodata im Gesellschaftsblatt. daß du übrigens seine Bekanntschaft machst versteht sich. ich bin recht neugierig auf deinen nächsten Brief. Verschwendet doch nicht so viele Zeit, mit euren verfluchten TheaterKritiken. Es versteht sich übrigens von selbst eintaktiges Fragment d: 16 Sept: trat ich meine Reise in die Gebirge zu Fuße an; hatte herrliches Wetter, und genoß göttliche Stunden, die nur dadurch an Reiz verlohren daß ich Sie allein genießen muste. Wenn wir so zusamen hätten die Gletscher besteigen können. – Beschreiben läßt sich so etwas nicht – ergo – d: 22t war ich wieder in Bern, und noch ein paar Tage sehr angenehm da zu. an Profeßor Meißner und Jahn, habe ich ein paar herrliche Mitarbeiter an unserer M: Z: aquirirt. worüber das weitere im o [Rundschreiben]. auch hier bin ich nicht leer ausgegangen. d: 24t fuhr ich nach Jegenstorf zu dem Bayerischen Gesandten D'ollry, und blieb da sehr vergnügt und fleißig bis zum 2t 8ber. componirte eine große Scene für eine Mad: Peyermann; die auch da lebt und herrlich singt, und ein Clarinett Quintett welches nicht schlecht ist. nachdem ich meine Sachen voraus nach Basel geschikt hatte, gieng ich den 3t zu Fuß weg nach Arau um die Miszellen der neusten Weltkunde zu unserm Unterthan zu machen. d: 4t kam ich an, und – Tags vorher war H: Zschokke verreißt und kommt erst in 8 Tagen wieder. daß ich nicht schlecht fluchte, brauche ich dir hoffentlich nicht erst zu versichern. 13 Stunden umsonst gelauffen pp  ich gab die Briefe die ich an ihn hatte, seiner Frau, und habe nun wenigstens Stoff an ihn zu schreiben, aber gern hätte ich ihn gesprochen, daß ist ein ganz anderes Wesen. d: 5t fuhr ich hieher, und kam eben noch recht unsern Tollmann einen Tag zu erhaschen indem er den 7t nach Luzern abreißte um – zu heurathen. – ja ja, gukke nur, um zu heurathen. ich hatte mir viel von seiner Hülfe hier versprochen, und es war mir daher sehr unlieb, doch hat sich unterdeßen alles so arrangirt daß ich d: 13t Concert gebe, welches hoffentlich erträglich ausfallen wird, wenigstens sind die Leute ganz toll, und wollen mich mit Teufels Gewalt da behalten. Von hier eile ich so schnell als möglich nach München zurück. um da noch ein Concert zu geben. schreibe mir also nach München und adressire den Brief an den KammerMusikus Heinrich Bärmann. so hebt der mir ihn auf, wenn ich noch nicht da sein sollte, weil ich mich vielleicht noch in St: Gallen aufhalte. von Beer habe ich in Ewigkeit auch nichts gehört, ich habe ihm zwar auch lange nicht geschrieben, aber doch an Vogler, und das ist das nehmliche. lebe wohl. grüße deine liebe Gustel und Houts vielmals. adieu. [ohne Unterschrift] Basel d: 9t 8b 1811.