## Title: Carl Maria von Weber an Carl Graf von Brühl in Berlin. Dresden, Freitag, 13. Februar 1824 ## Author: Weber, Carl Maria von ## Version: 4.2.0 ## Origin: http://weber-gesamtausgabe.de/A042264 ## License: http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ E. Hochgebohren Habe die Ehre hier die Zusammenziehung der 1t Szene des 3t Aktes der Euryanthe zu übersenden. das Ganze hat offenbar dadurch gewonnen. Auch füge ich hier das Textbuch bei, welches bedeutend von dem gedrukten abweicht. Mad: Devrient ist gestern von einem Knaben entbunden worden, welches mich hoffen läßt daß ich nun auch bald von der Aufführung der Euryanth hier entbunden werden kann. Ich füge die ergebene Bitte hinzu, mich wißen zu laßen, wann Hochdieselben meine Oper wollen in Szene gehen laßen. Genehmigen Sie mein innig verehrter Herr Graf die Wiederholung der Ausdrükke meiner vollkommensten Hochachtung und Ergebenheit, mit welchen ich zu sein die Ehre habe E. Hochgebohren ganz ergebener CMvWeber Dresden d: 13t Februar 1824. verte. | So eben werde ich veranlaßt aufs Neue Ihre Güte in Anspruch zu nehmen. Mein Stiefbruder Edmund. Ein Lieblings Schüler Joseph Haydns, braver Componist, und routinirter Musikdirektor: gegenwärtig in Danzig, — wünscht die erledigte Kapellmeister Stelle am Großherzoglichen Hofe zu Streliz zu erhalten. Ich kenne das Vertrauen S. Hoheit zu Ihnen verehrtester Herr Graf. Ist meine Bitte daß Sie meinen Bruder dem Durchlauchtigst Großherzoge in Vorschlag bringen, oder die Erlaubniß erwirken, daß er sich um die Stelle melden darf, zu kühn, so hoffe ich daß Sie mir es mit gewohnter Offenheit unumwunden sagen. Ich kann am wenigsten für meinen Bruder sprechen. Und Sie zürnen mir wohl nicht, wenn nicht in jeder Beziehung immer vertrauend auf Ihr Wohlwollen rechne?