Carl Maria von Weber an Caroline Brandt in Prag
Dresden, Freitag, 3. Oktober bis Samstag, 4. Oktober 1817

An

Mademoiselle

Carolina Brandt.

dermalen Mitglied des Ständ.

Theaters

zu

Prag.

Kohlmarkt 514.

2t Stok.

Gott sey Dank! Der Kourier ist da.

Der gute Graf Vizthum ist sogleich selbst zu mir gekomen, es mir zu sagen, ich war aber noch nicht zu Hause, sogleich gehe ich zu ihm.      jezt heißts arbeiten. Näheres weis ich noch nichts, aber nun kanns nicht lange mehr dauern. Mein erstes Geschäft war dieß dir zu schreiben, obwohl ich weis daß Morgen erst der Brief fort kann, so ists mir doch als hätte ich dirs nun gesagt.     

bald ein mehreres von deinem unendlich frohen Carl.

Noch ist nichts bestimtes zu sagen, als daß über Hals und Kopf so gearbeitet werden muß, daß wir jeden Tag die Aufführung haben können. Gestern habe ich nach dem ersten Freuden Rausch, gleich noch viel gearbeitet, und alles wenigstens vollendet skizzirt.      Ich weis wirklich kaum wo mir der Kopf steht, und ich brauche ihn doch so nothwendig.      Um mich herum ist eine solche Zerstörung, daß ich diese Zeilen stehend schreiben muß, indem schon alle Stühle im Hinter Quartire sind.      Sobald etwas bestimtes ist, so kannst du wohl glauben daß ich es gleich der hochgebietenden Mukkin melden werde.

Jezt lieber Muks muß ich schließen, je kürzer dieser Brief ist, so enthält er doch etwas Gutes, und du wirst Mitleiden haben mit deinem dich unendlich über alles liebenden geplagten Muks.

Millionen Bußen.

Apparat

Zusammenfassung

teilt mit, daß die Feierlichkeiten anläßlich der Hochzeit Maria Anna Carolinas von Sachsen unmittelbar vor der Tür stehen u. die Aufführung seiner Kantate jeden Tag erwartet werden könne; habe die Kantate vollständig skizziert;

Incipit

Gott sey Dank! Der Kourier ist da.

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz (D-B)
Signatur: Mus.ep. Weber, C. M. v. 127

Quellenbeschreibung

  • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.), Siegelspur und -loch
Weitere Textquellen
  • Muks, S. 495–496

Textkonstitution

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