Aufführungsbesprechung Wien, Redoutenssaal: Carl Maria von Webers Konzert am 25. April 1813

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Wien.

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Der im Auslande als Componist und Klavierspieler rühmlichst bekannte Hr. Carl Maria von Weber, nun Kapellmeister und Director der Oper des königl. ständischen Theaters zu Prag, gab am 25sten ebenfalls zu seinem Vortheile Concert im kl. Redoutensaale um die Mittagsstunde. Die Compositionen dieses Künstlers sind hier grösstentheils noch unbekannt; um so mehr erfreute uns die Ouverture aus seiner Oper, der Beherrscher der Geister, (D moll) mit welcher die Unterhaltung eröffnet wurde. Sie ist ein feuriges, leidenschaftliches Musikstück, und mag als Einleitung zu dieser Oper ganz an ihrem Platze seyn. Hr. v. W. spielte ein Concert (Es dur) auf dem Piano, und trug am Ende noch eine Phantasie und Variationen auf diesem Instrumente vor. Es ist sehr schwer, hier in Wien als Klavierspieler Aufsehen zu erregen. Auf jedem andern Instrumente wird der Künstler das Publicum eher befriedigen, als auf diesem, da wir von jeher so viele ausgezeichnete Klavierspieler und Klavierspielerinnen besessen haben und noch besitzen. Grosse Fertigkeit und Gewandtheit in beyden Händen, zugleich eine kraftvolle Behandlung des Instruments, ist Hrn. v. W. keineswegs abzusprechen; auch weiss derselbe den Vortheil der Dämpfung gut zu benutzen: allein, seinem Vortrage scheint doch noch mehr Reinheit und Rundung zu wünschen; die Passagen treten nicht immer deutlich genug hervor, und seinem Ausdrucke – der zwar viel Gefühl verrät – würde noch mehr Nettigkeit und Annehmlichkeit zur Empfehlung dienen. In der Phantasie befriedigte Hr. v. W. am wenigsten: doch waren einige der darauf folgenden Variationen schön herausgehoben und machten Effect. Die Composition des Concerts war bedeutend, und kann mit Recht Anspruch auf wahren Kunstwerth machen; besonders ist der letzte Satz (6/8) sehr zu rühmen, u. auch für einen Klavierspieler auszeichnend. Hr. v. W. empfing Beweise der verdienten günstigen Aufnahme. Mad. Harlas sang eine Arie v. Hrn. Baron v. Poisl, u. Hr. Bärmann begleitete ihren Gesang mit der Klarinette. Composition, Gesang u. Begleitung erhielten gerechte Auszeichnung. Ebenfalls schön trug Hr. Bärmann noch ein Adagio und Rondo, von der Composition des Hrn. C. M. v. Weber, auf der Klarinette vor.

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Apparat

Zusammenfassung

Aufführungsbesprechung Wien: Adagio und Rondo aus dem 1. Konzert für Klarinette (WeV N.11) von Carl Maria von Weber. Bärmann als Solist. Es handelt sich um die Aufführung am 25. April 1813 in Webers Akademie.

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Fukerider, Andreas

Überlieferung

  • Textzeuge: Allgemeine Musikalische Zeitung, Jg. 15, Nr. 24 (16. Juni 1813), Sp. 397–401

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