Besprechung der Prager Silvana-Vorstellung unter Webers Leitung am 28. März 1817

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Prag […] ¦ […]

Den 28. März. Silvana. Hr. Capellmeister von Weber, welcher aus Dresden zum Besuche bey uns ist, hatte die Gefälligkeit, die Direction für diesem Abend zu übernehmen und legte einen neuen Beweis ab, wie vortheilhaft es ist, wenn ein Compositeur sein eignes Werk dirigirt, und wie schwer es einem zweyten wird, den eigenthümlichen Geist des Schöpfers auszusprechen; an diesem Abend übertrafen sich – gleichsam vor ihrem ehemaligen Heerführer mit Ehren zu bestehen – Sänger und Musiker; alle schon bekannten Schönheiten des Werkes wurden doppelt genossen, und tausend neue aufgefunden, so, daß man diesen Abend unter die genußreichsten rechnen kann. Hr. v. Weber wurde mit anhaltendem Applaudissement empfangen und die vorzüglichsten Musikstücke, nahmentlich die Ouvertüre und Introduction, die Arie des Ritter Hugo, jene des Fräuleins, die Finales des ersten und zweyten Actes, die freundlichen Lieder des Krips, u. s. w. erhielten den rauschendsten Beyfall. Die Darstellung der Hauptrolle durch Dlle. Brand erschien uns milder als das erste Mahl, ohne an Wahrheit und Interesse verloren zu haben; doch wünschten wir, daß sie den Taumel, worein Silvana nach dem Genuß des Weines verfällt, minder markirte: er ist ja die Folge eines Schlaftrunkes, nicht eine Betäubung durch die Kraft des Getränkes. Wollte die brave Künstlerinn dieß beherzigen, so würden wir ihre herrliche Darstellung der Spiegelscene und des Wiederfindens mit dem Pflegevater noch höher schätzen als jetzt.

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Apparat

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Ziegler, Frank

Überlieferung

  • Textzeuge: Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt, Jg. 9, Nr. 43 (10. April 1817), S. 172

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