WeGA, Series I, Vol. 2: Missa sancta No. 1 and 2
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Notenteil

Missa sancta Nr. 1 Es-Dur (WeV A.2) mit Offertorium “Gloria et honore” (WeV A.3)

Seite Satz Takt Stimme Bemerkung
zu 408 Gloria 160b Fl, Cl Die vom Hg. ergänzten forte-Angaben sind in der nachträglich aufgetauchten Quelle KA/wi6 (D-GOa) von Webers Hand zugefügt.
zu 408 Gloria 176b Fl, Ob In der nachträglich aufgetauchten Quelle KA/wi6 (D-GOa) ist hier von Webers Hand jeweils ein f (für forte) ergänzt.
134 Benedictus 316 Cl 1 Vor der letzten Achtelnote ist ein Auflöser () zu ergänzen.

Textteil

Missa sancta Nr. 1 Es-Dur (WeV A.2) mit Offertorium “Gloria et honore” (WeV A.3)

Seite Bemerkung
327 Im Überblick über die Quellen ist Quelle KA/wi2 (die Widmungskopie für den französischen König) noch als verschollen angegeben. Diese Kopie ist vermutlich identisch mit der neu aufgefundenen Partiturkopie mit autographen Eintragungen im Royal College of Music in London, Ms. 5233a (entsprechend ist die Quellenbeschreibung auf S. 337 zu ändern).

Im Überblick über die Quellen ist Quelle KA/wi6 (die Widmungskopie für den Prinzen Friedrich von Gotha vom November 1818) als verschollen angegeben. Diese Kopie ist in der Bibliothek des Augustinerklosters in Gotha (D-GOa) erhalten geblieben. Frau Dr. Andrea Hartmann von der RISM-Arbeitsstelle in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden machte uns freundlicherweise darauf aufmerksam, dass in dieser Bibliothek eine Kopie der Es-Dur-Messe vorhanden sei. In der Folge konnte durch freundliche Hilfe von Frau Diplom-Bibliothekarin Maike Bolduan M.A. (Archiv und Bibliothek der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Eisenach) sowie vor Ort von den beiden Betreuern der Bibliothek des Augustinerklosters, Eleonore Voll und Ulrich Graf, das Manuskript im Mai 2026 autopsiert und dabei als Widmungskopie für Prinz Friedrich identifiziert werden.
341f.

Neue Quellenbeschreibung:

KA/wi6 (D-GOa)

Partitur-Kopie als Widmungsexemplar für den Prinzen Friedrich von Sachsen-Gotha mit autographen Zusätzen, Gotha, Bibliothek des Augustinerklosters, 38 Bl. (75 b.S.), 23 x 32 cm quer

Schmucktitel: “MISSA SANCTA | quatuor vocibus constans, pleno et | solemni choro celebranda | autore | Carólo Maria barone Webério | sacrorum musicorum praeside Saxoniae Regis | et regium theatrum germanicum Dirigente.”

Provenienz: 1825 aus dem Nachlass des Prinzen versteigert; danach im Besitz von Johann Gottfried Schade

Schreiber: Christian Adolph Gutmacher

Datierung: vor dem 1. Oktober 1818

Quellenbeschreibung:

Die am 16. November 1818 an Prinz Friedrich übersandte Partitur mit Schmucktitel (darauf dürften sich die am 12. November eingetragenen Kosten von 16 Groschen für Titel der Meße beziehen, vermutlich auch auf das Titelblatt des zugleich mit übersandten zweiten Exemplars für Papst Pius VII.) und Goldschnitt entstand wahrscheinlich im September 1818 (die am 1. Oktober abgerechnete Partitur “nach Rom” ist nicht näher spezifiziert: eine Kopiatur mit dem Zusatz “für Prinz Friedrich” ist im TB davor nicht verzeichnet, war aber von Weber selbst durchgesehen (vgl. die Erwähnung von Korrekturen im TB am 8. November 1818 und die Liste der Eintragungen Webers).

Der spätere Herzog Friedrich IV. verstarb 1825 nicht in Rom, sondern in Gotha, wohin er 1820 zurückgekehrt war. Dort wurden am 3. Oktober 1825 Teile seines Nachlasses versteigert; vgl. D-GOl, Phil. 8° 2219/3 Rara: „Verzeichniß | derjenigen | Bücher, Musicalien, Zeichnungen | und | anderen Gegenstände, | welche | in dem Palais des Höchstseligen Herzogs Friedrich | IV. zu Gotha Durchl. vom 3. October d. J. an, | in den Nachmittagsstunden von 3 bis 6 Uhr, | versteigert werden sollen.“, Gotha 1825. In diesem Verzeichnis findet sich die Kopie einer Messe von Weber (S. 36, unter der Kirchenmusik mit Instrumentalbegleitung als Nr. 37: „Missa sancta, quatuor Vocibus constans etc., v. Weber.“) Diese Nummer findet sich auch auf dem Vorsatzblatt des erhaltenen Messenmanuskripts. Vermutlich erwarb dabei der Gothaer Stadtkantor Johann Gottfried Schade das Manuskript, da sich dessen Name auf dem Titeletikett der Partitur findet.

Die Partitur ist eingebunden in dunkelbraune Pappe, die in leicht marmoriertes dunkelblaues Papier eingeschlagen ist. Auf dem handschriftlichen Titeletikett findet sich neben der Nummer “48.” auch eine rote Bezeichnung als “C. XIX. 45.”, und der Titel lautet hier schlicht “Missa sancta | von | C. M. von Weber.” Darunter findet sich von gleicher Hand als Besitzervermerk “Joh. Gottfr. Schade | Cantor”.

Das Ausschreiben der Partitur erfolgte im Vergleich zu Gutmachers Kopie für Dresden KA/wi1 (D-Dl) etwas platzsparender, d. h. die Seiten enthalten oft ein bis zwei Takte mehr als in der anderen Abschrift.

Seitenzählung/Lagenordnung:

Die Foliierung des Bandes setzte ursprünglich nach dem nicht gezählten Schmucktitelblatt mit der ersten Notenseite ein und war am unteren rechten Rand mit Bleistift vorgenommen. Vor dem Auftragen des Goldschnitts wurden die Blätter aber offensichtlich beschnitten, so dass die Blattangaben nur noch rudimentär zu erkennen sind (deutlich zu sehen sind noch die Zahlen 13 bis 15, 28 bis 30 sowie die vordere Ziffer der Blätter 23 und 25). Ein vorderes und hinteres Vorsatzblatt blieb ebenfalls ungezählt.
Lagenordnung: (Bindung jeweils durch grün-weissen Faden in der Mitte der ineinandergelegten DBl. gut sichtbar)
5 DBl. (ineinandergelegt) + 1 DBl. (oder 2 Einzelbl.)
5 DBl. (ineinandergelegt)
3 DBl. (hierzwischen 2 abgeschnittene Bl.)
5 DBl. (vorletztes entfernt)

Inhalt:
Vorsatzblatt – Bl. 1r: Schmucktitel (1v. leer) – Bl. 2r–7r: Kyrie – Bl. 8r–16v: Gloria – Bl. 17r–26r: Credo – Bl. 26v–31v: Sanctus – Bl. 32r–34v: Benedictus – Bl. 35r–38v: Agnus Dei – hinteres leeres Vorsatzblatt

Rastrierung:
vermutlich mit einem 4er-Rastral 16zeilig rastriert; Notenzeile: 0,65-0,7cm, Außenmaß des Rastrals: 4,7cm;

Im Kyrie und Agnus sind die obere und untere Notenzeile, im Gloria, Credo und Sanctus die untere Notenzeile nicht beschrieben. Im Benedictus sind jeweils die oberen und unteren drei Notenzeilen freigelassen (vgl. KA/wi1).

Wasserzeichen:
Notenpapier: “Dresden”; Kettlinien-Abstand 3,3 bis 3,4cm; Vorsatzblatt: bekröntes Wappen und “IC[S]”, Stege dort ca. 2,5cm

Eintragungen von Webers Hand (nach erster Sichtung):

Die Eintragungen Webers erfolgten in etwas hellerer brauner Tinte. Bei etlichen Bögen, Akzenten oder sonstigen Artikulationszeichen bleibt unklar, ob es sich um Zusätze Webers handelt. Aufgenommen sind hier nur die relativ zweifelsfrei zuweisbaren Einträge.

Satz Takt Stimme Bemerkung
Kyrie 58 Vle Vorzeichen von Weber überschrieben bzw. eingetragen?
Kyrie 67–69 Fl, Vl 1, C, Cb jeweils in Tinte von Weber nachgetragen: “stringendo poco a poco
Gloria 160b Fl, Cl von Weber “fo” nachgetragen
Gloria 176b Fl, Cl von Weber “fo” nachgetragen
Agnus Dei 5, 7 T., B. Solo” jeweils von Weber nachgetragen

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