Wilhelm Beer an Giacomo Meyerbeer in München
Berlin, Samstag, 19. September 1812

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Herrn

Meyer Beer. wohlgeb.

in

München

Herrn Meier Beer . in . München

Du wirst vielleicht böse sein weil Du mehreremale gebeten hast ich möchte dir posttäglich Anzeige von Mutters Gesundheitszustande geben und ich dies bis jetzt unterlassen habe aber dies ist nicht meine Schuld denn ich antwortete Dir noch den nehmlichen Tag als ich deinen Brief an mich erhielt. Unglücklicher Weise ließ ich ihn aber den meinigen Vater lesen und dieser wollte ihn über einen darin enthaltenen Spott nicht abgehen lassen. Mutter befindet sich Gottlob nach dem Bade sehr wohl und wird wahrscheinlich morgen hier wieder eintreffen.

Der Herr v. Weber ist jetzt in Gotha. Er wohnt beim Herzog auf dem Schlosse*. Silvana hat hier Beifall gehabt, ist aber nur 3 mal gegeben worden und liegt jetzt fest*. Abu Hassan hat man ihm zwar abgekauft, allein ich möchte bis zur Aufführung nur Louis d’ors zu zählen haben*. Alle sind ihm gewogen sogar der Kapellmeister Weber nur Iffland haßt ihn tödtlichT. Wahrscheinlich hat er einmal gegen ihn geschrieben.

Du zeigst uns mit Deinem heutigen Briefe an in 3 Posttagen keinen Brief bekommen zu haben und doch haben wir Dir regelmäßig alle Woche geschrieben. Dienstag schreib ich Dir wieder. Leb wohlWBeer.

Apparat

Zusammenfassung

u.a. Weber sei jetzt in Gotha, wo er beim Herzog auf dem Schloß wohne; Silvana habe Beifall erhalten, sei aber nur 3mal gegeben worden; Abu Hassan habe man ihm abgekauft; alle seien ihm "gewogen sogar der Kapellmeister Weber nur Iffland haßt ihn tödtlich"; wahrscheinlich habe er einmal gegen ihn geschrieben

Incipit

Du wirst vielleicht böse sein weil Du mehreremale gebeten hast

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: N. Mus. Nachl. 97, A/75

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S. einschl. Adr.),unterer Rand teils abgerissen

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Becker (Meyerbeer), Bd. 1, S. 207–208

Textkonstitution

  • „ist“über der Zeile hinzugefügt.
  • „ihn aber“durchgestrichen.
  • „den meinigen“über der Zeile hinzugefügt.
  • „sich“über der Zeile hinzugefügt.

Einzelstellenerläuterung

  • „… beim Herzog auf dem Schlosse“Weber war vom 6. September bis 20. Dezember zu Gast beim Herzog in Gotha, wohnte allerdings nicht im Schloss Friedenstein, sondern im Palais des Prinzen Friedrich, vgl. Weber-Studien 9, S. 160.
  • „… worden und liegt jetzt fest“die Aufführungen fanden am 10, 14., 20. Juli 1812 statt, es folgten noch 4 Wiederholungen am 17. Dezember 1812, am 28. September 1813, am 12. Januar 1814 und am 4. Januar 1816.
  • „… Louis d'ors zu zählen haben“das Werk wurde erst am 28. Juli, nochmals am 12. August 1813 in Berlin aufgeführt; Neueinstudierung 1825 in Berlin (am 9. und 18. September und 4. Oktober sowie Abstecher nach Potsdam am 6. November 1825, letzte Aufführung in Berlin am 13. Dezember 1826).

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