Julius Benedict an Carl Friedrich Peters in Leipzig
Dresden, Sonntag, 8. Juni 1823

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Euer Wohlgeboren

Schon unterm 28ten vorigen Monats* nahm ich mir die Freiheit, an Sie zu schreiben um Sie zu fragen, ob es möglich sei, die Fehler, die ich bei’m Stiche meiner Sonate Oeuvre 2 entdeckte, zu verbessern, und bat Sie, mir doch gefälligst umgehend Antwort auf mein Schreiben zu ertheilen.      Sie werden es daher nicht für Unbescheidenheit halten, wenn ich Sie auf’s Neue an jenen Brief zu erinnern wage, und Sie nochmals ersuche, mir doch in der kürzesten Frist sagen zu wollen, ob und wann meine Wünsche erfüllt werden können. Es ist mir um so mehr daran gelegen die Sonate sobald als möglich zu erhalten, da, wie es hier allgemein heißt, die Prinzessin Amalie ihren Gemahl Prinz Johann auf einer, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit zu unternehmenden Reise nach Ems begleiten wird. — Zugleich muß es mir, wie Sie gewiß auch selbst finden werden, sehr unangenehm sein, die Sonate allgemein verbreitet zu sehen, und während sie die Prinzessinn, welche sie zuerst bekommen sollte selbst noch nicht hat. — Ihr langes Schweigen läßt mich beinahe fürchten, daß Sie mir meines Schreibens wegen zürnen, aber seien Sie überzeugt, daß, was ich Ihnen schrieb, nicht etwa Tadelsucht, sondern der reine Wunsch war, | den lang bewährten Ruf Ihrer Offizin durch so störende Versehen weder in den Augen der Welt, noch in denen der Prinzessin herabgesetzt zu sehen. — Oder sollten Sie meinen Brief nicht erhalten haben? So allein könnte ich ein für mich so kränkendes Schweigen von mehr als 10 Tagen erklären, da ich von Ihrer Freundschaft hoffen durfte, den kleinen bescheidenen Wunsch, mit umgehender Post Antwort zu erhalten, erfüllt zu sehen. Wie dem auch sei, jetzt hoffe ich, nicht mehr so lange warten zu dürfen und vielleicht gar mit Ihrer Antwort ein Prachtexemplar zu erhalten, auf welchem der Preis von 1 Thaler nicht bemerkt, Amalie in Amélie und das leere Blatt Pag: 17 in ein volles verwandelt worden ist.

Weber grüßt schönstens, und ich verbleibe, einer baldigen Antwort sehnsüchtig entgegenharrend, mit der ausgezeichnetsten Hochachtung Ihr ergebenster
Julius Benedict
mp

Apparat

Zusammenfassung

ersucht ihn nochmals, sich wegen der Korrektur der Fehler in seiner Klaviersonate zu melden, da die Prinzessin Amalia mit ihrem Gemahl nach Ems reise; wundert sich über sein Schweigen und hofft, dass er nicht verstimmt sei; grüßt von Weber

Incipit

Schon unterm 28ten vorigen Monats nahm ich mir die Freiheit

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Leipzig (D), Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig (D-LEsta)
    Signatur: Musikverlag C. F. Peters, Nr. 168, Bl. 11

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S. o. Adr.)?

Textkonstitution

  • „und“durchgestrichen

Einzelstellenerläuterung

  • „… unterm 28 ten vorigen Monats“Besagtes Schreiben ist vom 29. Mai 1823 datiert.

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