Adolph Martin Schlesinger an Sauer & Leidesdorf in Wien
Berlin, Donnerstag, 29. Mai 1828

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Herrn Sauer & Leidesdorf Wien 29/5 28

Zu meinem größten Befremden erfahre ich daß Sie sich nicht mit dem mir bereits nachgestochenen Eigenthum begnügen, sondern nun auch sämmtliche Werke Webers, unter dem Titel Oeuvres de Weber p. le Pfte. herausgeben wollen, da dies eine neue Beeinträchtigung meines Eigenthums ist wie Sie es recht wohl wissen so verfehle ich nicht Ihnen hiermit anzuzeigen daß ich in einigen Tagen ein Circular an sämtliche Handlungen Oestreichs erlasse worin ich dasselbe erklären und meine Erklärung auch zur Ausführung bringen werde, wie es der hies. Buch. Hr. Enslin wegen Nachdruck seines Verlages in Oestreich gethan hat. derslebe erklärte nämlich, daß wenn sich nicht sämtliche Buchhandlungen Oestreichs verbinden den Nachdruck seines Verlages nicht zu verkaufen, er die besten Werke die in Oestreich gedruckt sind nachdrucken und zu wohlfeilen Preisen verkaufen würde.

Ich werde da Sie und andere fortfahren in den Oesterreichischen Staaten mein Eigenthum nachzudrucken, dasselbe erklären und ausführen und selbst diejenigen nicht umgehen, die nicht selbst nachdrucken, jedoch Nachdruck debitiren, weil letzteres so gut als Nachdruck ist. Ich werde die Besten gangbarsten Werke der Wiener Handlungen liefern und den Anfang mit der Herausgabe der Oeuvres de Beethoven machen.

Nach unsern Gesetzen ist es mir erlaubt, diese Repressalien zu gebrauchen denn unser Landrecht sagt daß man Artikel die in Ländern gedruckt sind wo Nachdruck erlaubt ist, ebenfalls nachdrucken kann.

Was werden die Handlungen sagen, die durch dies mein Verfahren benachtheiligt werden, und besonders wenn sie hören, daß dies durch Sie veranlaßt wird? – Uebrigens werde ich sodann ebenfalls die Oeuvres de Weber zu einem billigern Preise als Sie herausgeben, was ich um so eher kann als da ich die Platten besitze.-

Wollen Sie daher nicht, daß ich genannte Maaßregeln ergreife, wodurch Sie sich alle dortigen Handlungen die guten Verlag haben zu Feinden mache so geben Sie sogleich Ihr Unternehmen auf, vernichten vor allem was Sie mir nachgedruckt haben die Platten u. debitiren nichts ferner davon.

Ich sehe Ihrer umgehenden Antwort entgegen und fordere Sie schließlich noch auf, den mir laut angebogenem Abschluß kommenden Saldo von

Rh. 32. 2ggr. zu übermachen. Sollte diese Zahlung nicht baldigst erfolgen, so werde ich diesen Betrag ord. Herrn Tendler anweisen.

[ohne Unterschrift]

Apparat

Zusammenfassung

ist empört darüber, dass der Verlag sich nicht nur mit Nachstich, sondern nun auch noch mit einer Gesamtausgabe der Klavierwerke Webers befassen wolle; droht ihm im Falle der Verwirklichung dieses Vorhabens an, er werde eine Ausgabe der Werke Beethovens veranstalten und die Werke Webers billiger herausgeben als er

Incipit

Zu meinem größten Befremden erfahre ich daß Sie sich nicht mit dem

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Kopie: Erzhausen (D), Archiv des Verlags Robert Lienau (D-ERZrl)
    Signatur: Kopierbuch 1826–1833, S. 311

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