Carl Maria von Weber an Caroline Brandt in Frankfurt am Main
Prag, Mittwoch, 15. September 1813

A Mademoiselle Caroline Brandt

Liebste Freundin!

Hiebey folgt ein Paß, der so eingerichtet ist daß Sie mit dem sichersten Vertrauen, und ohne im geringsten an-  und aufgehalten zu werden Ihre Reise antreten können.

Unsre Opern haben mit Ferdinand Cortez ihren glüklichen Anfang genommen, und wir erwarten nur Sie mit Ungeduld um Aschenbrödel, Johann von Paris pp in Szene zu bringen. Kommen Sie ja sobald als möglich. Laßen Sie sich nicht durch falsche Gerüchte irre leiten. Wir leben in der grösten Ruhe und Sicherheit, und der KriegsGott soll unsre friedliche Muse gewiß nicht in Ihrem Wirken und Streben hindern. Auch können Sie überzeugt sein daß ich als Ihr alter Freund gewiß nicht zu etwas rathen würde das im geringsten für Sie unangenehm oder gefahrvoll sein könnte.

Haben Sie nur die Güte über Eger zu gehen weil an dieser GränzStation die Anstalten für Sie getroffen sind. Da wir bis zu Ihrer Ankunft sehr in der Wahl unsrer Opern beschränkt sind, so bin ich von Ihrer Billigkeit überzeugt so werden so viel als möglich eilen hier einzutreffen. Sie werden ein Kreis von Menschen finden die Sie mit Herzlichkeit und Liebe aufnehmen, und so hoffentlich für jeden andern Aufenthalt entschädigen werden.

In der Hoffnung Sie aufs baldigste selbst meiner Freundschaft versichern zu können, grüße ich Sie herzlichst und bin wie immer Ihr treuster Freund
C. M: vonWeber

Apparat

Zusammenfassung

übersendet Paß; Oper habe mit Cortez begonnen, erwartet ungeduldig Frau Brandt, um Cendrillon und Jean de Paris geben zu können; sie solle sich durch falsche Kriegsnachrichten nicht beunruhigen lassen und baldmöglichst kommen.

Incipit

Hiebey folgt ein Paß, der so eingerichtet ist daß Sie mit dem

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Moskau (RUS), Rossijskij gosudarstvennyj archiv drevnich aktov (RUS-Mda)
    Signatur: F. 1290. op. 8. ed. chr. 234

    Provenienz

    • Laverdet (Paris), 3.12.1857, Nr. 1046

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Briefe ausländischer Musiker. Aus russischen Archiven, Leningrad, 1967, S. 36–37 (in russisch) und S. 239–240 (in deutsch)

Textkonstitution

  • Liebste„liebste“ überschrieben mit „Liebste“.
  • das„daß“ überschrieben mit „das“.
  • grüßeGelöschter Text nicht lesbar.

Einzelstellenerläuterung

  • sorecte „sie“.

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