Carl Maria von Weber an Friederike Türcke in Berlin
Dresden, Montag, 14. April 1817

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An Mad: Friedrike

Türke

durch Einschluß.

Liebe Türkin!

Zürnen Sie nicht eher über mein spätes Antworten als bis Sie hören warum es sich so verzögerte. ich war in Prag, habe da einige Leute überrumpelt, und kam d: 2t Nachts hier wieder an, wo ich zu meiner großen Freude ihren Brief und den so sehr schönen Stuhl gefunden habe*. Sie sind die Erste, die einen Beytrag zur Wirtschaft geliefert hat. Tausend Dank dafür der unvergänglicher sein soll als der schöne Stuhl, denn unsere Freundschaft werden hoffentlich die Motten nicht freßen können, was ihnen doch vielleicht da gelingen oder einfallen könnte. doch auch dafür wird die künftige Hausfrau wachen, die schon jezt von Ihrem Fleiße benachrichtigt ist, und mit mir sich freut, und dankt. d: 4t reiste ich schon wieder nach Leipzig ab, und d: 9t kam ich wieder hier an, also war es unmöglich früher zu schreiben.

Daß Türk sich endlich förmlich dem Teufel verschrieben hat, ist freilich traurig, und Er, sehr zu bedauern, aber am Ende war es doch wohl das beste was er thun konnte, lag er einmal so fest in ihren Banden*.

Ey, plaudern Sie nur immer zu mit mir, meine gute Lina freut sich deßen, und ich antworte Ihnen auch oft genug in Gedanken.

Daß Riekchen die As Sonate spielt, macht ihr alle Ehre, und sie fahre fort, auf dieser Bahn und mit gleichem Fleiße, zur Freude ihrer guten Mutter und Freunde.

Seien Sie nicht böse daß ich so kurz schreibe, aber machte ich es nicht so, so käme ich gar nicht dazu, und da ist es doch so beßer.

Bleiben Sie gesund und froh, nochmals herzlichen Dank für den schönen schönen Stuhl, und gedenken Sie freundlich Ihres
alten Freundes
vWeber

Alles Herzliche an Förster, deßen Schwester Gevattersmann* ich geworden bin, an Toll ppppp

Apparat

Zusammenfassung

dankt für erhaltenes Geschenk; Privates

Incipit

Zürnen Sie nicht eher über mein spätes Antworten

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: N. Mus. ep. 1539

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S. einschl. Adr.)

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Hirschberg77, S. 62–63

    Einzelstellenerläuterung

    • „… sehr schönen Stuhl gefunden habe“Zur Beschreibung des gestickten Stuhlbezugs vgl. Webers Brief an Caroline Brandt vom 3. April 1817.
    • „… so fest in ihren Banden“Diese Formulierung deutet auf eine Trennung des Ehepaars hin, die sich in den Berliner Adressbüchern allerdings erst ab 1823 durch separate Wohnungen dokumentiert. Die nach Türckes Tod in den Adressbüchern genannte Witwe F. Türcke, geb. Hartmann, dürfte seine zweite Ehefrau gewesen sein.
    • „… Förster , deßen Schwester Gevattersmann“C.M.v. Weber war Taufpate der am 9. März 1817 geborenen Tochter Marie Laura.

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