Carl Maria von Weber an Caroline Brandt in Prag
Dresden, Freitag, 24. Oktober 1817

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An Mademoiselle

Carolina Brandt.

Wohlgebohren.

zu

Prag.

Kohlmarkt 514.

2t Stok.

Meine vielgeliebte [Braut]!

Ich weiß nicht soll ich m[it d]ir Zanken daß du mir deine Krankheit nicht schribst, oder froh sein daß ich nichts wuste. Auf jeden Fall danke ich Gott daß es überstanden ist, denn ich hoffe nicht daß du mir etwas halbes sagst.

Zur Strafe folgt der Befehl mir keinen Brief mehr zu schreiben, denn – er würde mich nicht mehr finden d: 29t ist die Kantate und d: 30t früh 10 Uhr steige ich in den Wagen, und hoffe d: 31t früh um dieselbe Zeit in Prag einzutreffen, wenn nicht schlechte Wege, Aufenthalte pp es ein paar Stunden verzögern.

Ich bin so bedrängt daß ich nichts weiter schreiben kann, bald gar nichts mehr. Gott sei es ewig gedankt.

Ich habe heute dem Dr: schreiben wollen, und wie es meine Schuldigkeit wäre ihn selbst noch zu bitten alles gütigst so zu besorgen daß den 4t unsre Trauung sein kann, aber es ist rein unmöglich, in diesem Augenblik stehen 3 Menschen um mich herum.

Gott segne dich und mache dich recht gesund. bald umarmt dich ganz als die seinige dein unendlich froher und glüklicher Carl.

Millionen Bußen.

Mit dem EntgegenKommen kannst du es nun halten wie du willst. Komm! es sind wieder 2 Stunden gewonnen.

[seitlich am Rand:] Willst du nicht jezt in die Stadt Wien ziehen? es wäre doch beßer.

Apparat

Zusammenfassung

teilt mit, daß er am 30. Okt. morgens abreisen wolle u. hoffentlich am 31. früh in Prag eintreffen werde; leider sei es ihm unmöglich, noch einen Brief einen Jungh zu schreiben, da er förmlich von Menschen belagert werde

Incipit

Ich weiß nicht soll ich mit dir Zanken

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Mus.ep. Weber, C. M. v. 133

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.), Siegelrest und -loch

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Muks, S. 505–506

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