Carl Maria von Weber an Friedrich Kind
Hosterwitz, Freitag, 7. Mai 1819

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Mein lieber Freund!

Hier in der Ruhe fühle ich erst wie sehr die lezte Zeit mich angegriffen hat. ich bin noch total invalid. Mein Herz voll der besten Wünsche für das liebe Brautpaar ist kerngesund, aber der Kopf kann sich um keinen Preiß noch der geringsten Anstrengung hingeben.* Mit fremden Federn die gar lokkend und herrlich mich anschauen – mag ich mich doch auch nicht schmükken, man würde auch gewiß den Raben erkennen. Schon diese paar Zeilen haben mich ganz erschöpft. Es thut mir recht weh, recht sehr, fehlen zu sollen im Kreise. sezt meinen Namen hin und meldet mich krank, so bin ich doch da.

Gruß von Frau an alle. die Natur ist herrlich. uns geht es im Ganzen gut, aber langsam vorwärts. Vale.

Immer Ihr
Weber.

Apparat

Zusammenfassung

spüre erst jetzt, wie sehr die letzte Zeit der Krankheit ihn angegriffen habe; betr. Komposition für den Liederkreis: bittet darum, ihn dort zu entschuldigen, da er krank sei

Incipit

Hier in der Ruhe fühle ich erst wie sehr die lezte Zeit

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Verbleib unbekannt

    Provenienz

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Friedrich Kind, Briefe von Karl Maria v. Weber an Friedrich Kind, in: Zeitung für die elegante Welt, Jg. 32, Nr. 118 (19. Juni 1832), Sp. 940f.
    • Kind: Freischütz-Buch, S. 150, Nr. 22
    • MMW II, S. 197

    Einzelstellenerläuterung

    • „… noch der geringsten Anstrengung hingeben.“Anmerkung 1) von Kind im Freischützbuch, S. 150: „Ich hatte W. im Namen des Liederkreises um eine Melodie gebeten, die in einem „Taschenbuche zum geselligen Vergnügen für Liebende“ am 31. Mai 1819 mit erscheinen sollte.“ Der Band erschien zur Hochzeit von Agnes Nostitz und Jänkendorf und Julius Marschall.

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