Carl Maria von Weber an Pius Alexander Wolff in Berlin
Dresden, Donnerstag, 13. Juli 1820

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Bemerkungen zur Comp: der Musik des Schauspiels Preziosa von Wolf *

Dresden d: 13:
July 1820.

No 1 Die Ouverture beginnt mit* Die Ouverture beginnt mit einem die Spanische Nationalität bezeichnenden Sazze. Der Zigeuner Marsch nach einer ächten Melodie geformt, schließt sich ihm an, woraus sich ein feurig strömendes Allegro entwickelt, den fröhligen Schluß bezeichnend, und größtentheils Preziosens und Spaniens Eigenthümlichkeit vereinend.

Der Chor No 2. korrespondiert mit dem Anfangssazze der Ouverture.

No 3. Ich habe hier der Preziosa auch eine Noten Zeile gegeben, und hin und wieder mit kleinen Noten den Rhythmus bezeichnet, dem sich da die Deklamation der sich ungestöhr[t] fortbewegenden Musik fügen und anschließen muß. Hiewiederum habe ich die jedesmalige Silbe oder das Wort unterstrichen beyi welchem das Orchester eintreten muß. Das Beste bleibt dabey freilich in die Hand des Dirigenten gegeben dem sein Gefühl sagen muß wo die Zwischensätze rasch der Deklamation folgen und sich anschliesen müßen oder wo sie der Uebergang bildende Leiter zu einem andern Gefühl sind.

No 4. wild und üppig. Den eigendlichen Tanz Preziosens denke ich mir erst bey dem Eintritt des Hornsolos.

No 5*. ganz auf den Echo Efekt gestellt. Da es fast unthunlich war die ganze Wahrheit des Echos in Wiederholung aller Stimmen zu geben so hielt ich mich an das in der Natur begründete, leichtere in der Ferne schallende des Horntons. Dabey setze ich voraus daß die Zigeuner das Echo schon kannten, und es gleichsam nekend ihre Melodien danach abtheilten, wie man wohl im würklichen Leben thut. Dabey würde es sich also gut machen, wenn die Zig: | nach denen Sätzen, die das Echo wiederholt sogleich lauschende Bewegungen machten als auf etwas gewiß erwartetes.

No 6. Hier schien es mir der Wirkung zuträglicher erst die Hörner, dann die Flöten eintreten zu laßen. Die Hörner auf der einen, und die Flöten* auf der anderen Seite, auf der Scene Preziosa mit dem begleitenten Orchester als Mittelpunkt, hoffte ich soll es freundlich wirken.

[No]. 7. ... lustig.

[No 8.] Im Schluß dieses Chors habe ich am Ende nur leise die Melodie des Zigeuner Marsches verwebt daher [i]hr Fortziehen wohl da erst beginnen müßte.

[No 9.] lauter ächt spanische Melodien. Natürlich alle der Anordnung des Balletmeisters anheim gestellt.

No 10. Marsch.

No 11. gilt das schon bey No 3. gesagte. Hier werden Sie manchen Anklang schon früher gebrauchter Melodien finden, die das Ganze organisch verbinden.

Apparat

Zusammenfassung

ausführliche Erläuterung der Preciosa-Musik

Incipit

... die Ouvertüre beginnt mit einem

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Entwurf: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
Signatur: Mus. ms. autogr. theor. C. M. v. Weber WFN 6, (X) Bl. 72a/v - 72b/r

Quellenbeschreibung

  • Entwurf; nur Überschrift und Datumsvermerk von Weber, der Rest von der Hand Caroline von Webers
  • durch Herausschneiden eines rückseitigen Autographs kleine Textverluste, die fehlenden Nummern wurden mit Blei an den entsprechenden Stellen nachgetragen
Weitere Textquellen
  • Hell S III, S. 63–64 (nur "Bemerkungen zur Komp. der Musik des Schauspiels: Preciosa. Von Wolf.")
  • MMW II, S. 240–241 (nur "Bemerkungen")

Textkonstitution

  • "Dresden d: 13: July 1820.": Hinzufügung am Rand.
  • "Die Ouverture beginnt": durchgestrichen.
  • "… 1 Die Ouverture beginnt mit": Die Niederschrift begann erst linksbündig, wurde korrigiert und dann in der rechten Spalte neu begonnen (allerdings ohne Wiederholung der Nummer)
  • "fröhligen": sic!

Einzelstellenerläuterung

  • "… Schauspiels Preziosa von Wolf ": Von Mitte März bis Mitte Juli 1820 komponierte Weber die Musik zu Wolffs Preciosa. Laut TB vom 13. Juli 1820 schreibt Weber an Wolff. MMW und Kaiser (KS 145) vermuten, dass die vorliegenden, erstmals in HellS veröffentlichten Bemerkungen Teil des Briefes gewesen sind.
  • "… No 5": Weber komponierte erst nach der UA im September 1821 eine Nummer (Melodram) nachträglich, die an dieser Stelle eingefügt wurde; vgl. TB 10. und 13. September 1821. Dadurch veränderte sich die ursprüngliche Zählung ab hier in Nr. 6 ff.
  • "… der einen, und die Flöten": Laut Partitur und Klavierauszug ist in dieser Nummer Flöte Solo besetzt; vgl. neue Ausgabe der WeGA, Serie III: Bühnenwerke Bd. 9.

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