Carl Maria von Weber an Carl Friedrich Peters in Leipzig
Dresden, Sonntag, 12. Mai 1822

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S. Wohlgeboren

Herrn C. Fr: Peters

berühmten MusikVerleger

zu

Leipzig.

Geehrtester Herr und Freund!

Mit vielem Vergnügen habe ich [Ihr] Werthes vom 1t huj: erhalten. Ich kann Ihnen die Versicherung geben daß ich Ihre Handlung hoch achte, und außerdem Ihnen persönlich wirklich herzlich zugethan bin, was sollte uns also im Wege stehen öfter in GeschäftsVerbindung mit einander zu kommen? aber, können Sie mir es verdenken daß ich glaubte Sie wollten nicht mit mir verkehren, da Sie mich auf einen Brief worinn ich Ihnen Werke anbot, mit gar keiner Antwort beehrten?      Ich kenne sehr wohl die Wünsche die ein Verleger haben muß und kann und man verständigt sich darüber, aber ein gänzliches Stillschweigen, ist doch wohl ein Ablehnen?      Uebrigens gebe ich Ihnen mein Wort daß ich damals Schlesinger diese Werke, namentlich die Klarinett Concerte noch nicht angeboten hatte.      Was erst vor kurzem geschehen ist, und worüber ich auch noch nicht mit ihm einig bin.      Nun Sie mich so freundlich erneuert von Ihrem Wunsche überzeugen mit mir in Verbindung zu treten, werde ich mit Vergnügen darauf eingehen. Freilich komme ich bei meinen dramatischen Arbeiten gar nicht dazu fast, etwas anderes zu schreiben, aber so etwas entsteht oft schneller, als man denkt.

Im Begriff aufs Land zu ziehen, muß ich heute kürzer sein als ich wohl möchte, doch konnte ich mir das Vergnügen nicht versagen, Sie von der Fortdauer meiner aufrichtigen Freundschaft zu versichern, und somit aufs neue die alte Verbindung zu begründen.      Nächstens ein Mehreres von Ihrem      herzlich ergebenen CMvWeber.

Apparat

Zusammenfassung

hatte geglaubt, Peters wolle nicht mehr mit ihm verkehren und dankt für dessen Interesse; erwähnt frühere Angebote, die nun an Schlesinger gingen; augenblicklich komme er durch Opernkomposition kaum zu anderen Arbeiten; er sei im Begriff aufs Land zu ziehen

Incipit

Mit vielem Vergnügen habe ich (Ihr) Werthes

Generalvermerk

Der Brief ist laut Tagebuch am 12. Mai 1822 geschrieben worden, allerdings erst am nächsten Tag (laut Poststempel) auf die Post gegangen. In der Literatur erscheint dieser Brief daher oft unter dem zweiten Datum.

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung in 2 Textzeugen

  • 1. Textzeuge: In Privatbesitz

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (2 b. S. einschl. Adr.)
    • PSt: DRESDEN | 13. Mai 22
    • auf der Adressenseite in umgekehrter Schriftrichtung Verlagsvermerke: „1822 | 14 May | 15 - | Dresden | vWeber
    • Über dem Brieftext Zählung von F. W. Jähns: „22.“

    Provenienz

    • Macnutt Cat. 115 (1991), Nr. 266
    • Stargardt Kat. 641 (1988), Nr. 1110 (unter 14. Mai = Empfangsdatum beim Verlag!)
  • 2. Textzeuge: Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. b., S. 68f., Nr. 22

    Quellenbeschreibung

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Hirschberg77, S. 37 (Nr. 48), unter dem 13. Mai (nach PostST); Wiedergabe nach der Jähns-Kopie

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