Richard Wagner an Max Maria von Weber in London
Dresden, Dienstag, 3. September 1844

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Werther Freund!

Beiliegenden Brief bitte ich Sie Herrn Benedict übergeben zu wollen; er betrifft die Angelegenheit, die uns Alle jetzt so lebhaft interessirt. Mit Ihrer lieben Mutter habe ich gestern Alles, was jetzt zu thun ist, genau besprochen, und in Kürze theile ich Ihnen daher folgendes mit.

Herrn Benedict bestärke ich in beiligendem Brief in der Ansicht, daß das Konzert durchaus nur unter den günstigsten äußeren Umständen gegeben werden, und daher erst in nächster Saison zu Stande kommen solle. Dies Konzert soll nicht nur der Ankündigung, sondern auch der Wirklichkeit nach bloß für ein Monument bestimmt sein. – Die Uebersiedelung der theuren Asche Ihres geliebten Vaters möge nun unverzüglich während Ihrer Anwesenheit in London noch in’s Werk gesetzt werden; die verhältnismäßig ja so geringen Kosten von hier aus zu bestreiten nehmen wir durchaus als eine heilige Ehre für uns in Anspruch, und bitte Sie daher, werther Freund, demjenigen, der Ihnen zur Erledigung des geschäftlichen Theiles dieser Angelegenheit zur Seite steht, aufzutragen, er möge mir auf das Schleunigste genau berichten, wie hoch sich die Summe belaufen soll, die zu diesem Zweck augenblicklich zur Disposition zu stellen sei: sie wird dann unverzüglich von hier abgehen. Theilen Sie uns dann auch sogleich mit, ob und wann das Werk angegriffen sei, damit wir von unserer Seite aus alles Nöthige gehörig vorbereiten können.

Das wäre in Kürze das Nothwendige!

Grüßen Sie Röckel schön von mir; kann ich ihm bei dieser Gelegenheit etwas sagen, so soll es Folgendes sein: vier Exemplare der einzelnen Stücke des „Rienzi“ und des „Fliegenden Holländer’s“ sind an Beale abgegangen: hat er sie erhalten? Wird er sie behalten und – wie die Sachen jetzt stehen, bezahlen? Soll ich vollständige Klavierauszüge schicken? – August liegt jetzt mit seinen Familienangelegenheiten in der entscheidenden Krisis! Es ist eine verfl. Geschichte: gern helfe ich aus Leibeskräften! –

Leben Sie schönstens wohl und kehren Sie gesund zurück! Der herzlichen Theilnahme versichert Sie Ihr
Richard Wagner.

Apparat

Zusammenfassung

Weber‑Begräbnis in Dresden

Incipit

Beiliegenden Brief bitte ich Sie Herrn Benedict übergeben zu wollen

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz aus SBr 2, Nr. 142, S. 395f.

Überlieferung

  1. Verbleib unbekannt

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Ein bisher nicht veröffentlichter Brief Richard Wagners, in: Allgemeine Zeitung (Chemnitz) - Wiss. Beilage vom 13. Februar 1911 (Sonderblatt, Nr. 7), S. 25–28, Faks. ebd.
    • Kapp/Kastner, Nr. 280
    • Wagner, Sämtliche Briefe, Bd, 2, Leipzig 1970, S. 395f.

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