Aufführungsbesprechung Hamburg: „Preciosa“ von Carl Maria von Weber

Zurück

Hamburg. Die „Preziosa“ ist auch für unsere Theater-Kasse ein Edelstein geworden und hat in acht bis zehn schnell hinter einander folgenden Darstellungen Glück gemacht. Das Haus ist stets voll, und man hat noch jetzt Mühe, ein gutes Plätzchen zu finden, nachdem doch schon so Viele dies Stück gesehen – und gehört haben. Referent bekennt sich, um aufrichtig zu seyn, zu denen, dahin gehen, um es zu hören, und zwar die herrliche Musik des Kapellmeister Weber. Dem Dichter (Hrn. Wolff) sey dadurch aber keineswegs sein Verdienst um die geschickte Benutzung eines anmuthigen Stoffes (einer Novelle des Cervantes: „La Gitanella“) abgesprochen, wenn Referent gleich nicht umhin kann, dem Tonsetzer den Preis zu ertheilen. Die Aufführung dieses Stücks gehört hier unstreitig zu den sehr vollendeten und besseren, sowohl in Hinsicht der darin auftretenden Künstler, als auch in der Scenerie und Anordnung des Ballets, die wir Hrn. Balletmeister Weidner zu verdanken haben. Mad. Lebrün als „Preziosa“ zeigte sich auf’s Neue in einer Glorie der Schönheit und des Strebens nach Kunsthöhe, so daß ihr gerechte Bewunderung ward.

[…]

Die übrigen Rollen waren passend und sehr gut besetzt, die geniale Musik wurde ganz vortreflich ausgeführt und die Zigeuner-Chöre gingen über alle Erwartung gut; denn man weiß es im Auslande wohl schon, daß die Chöre unsere schwache Seite sind, so wie die Oper überhaupt nicht unsere Stärke ist.

Apparat

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Veit, Joachim

Überlieferung

  • Textzeuge: Der Gesellschafter, Jg. 5, Nr. 179 (9. November 1821), S. 831–832

Textkonstitution

  • „vortreflich“sic!

      XML

      Wenn Ihnen auf dieser Seite ein Fehler oder eine Ungenauigkeit aufgefallen ist,
      so bitten wir um eine kurze Nachricht an bugs [@] weber-gesamtausgabe.de.