Georg August von Griesinger an Carl August Böttiger in Dresden
Wien, Samstag, 17. August 1822

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Lesen Sie, mein verehrter Freund, im Oesterr. Beobachter vom 16ten d. das unglükliche Loos der verblendeten Philhellenen*.

[…] | […]

Im Burgtheater; sind seit der WiederEröffnung nichts als alte Stüke vorgekommen, wovon ich keines besucht habe. Die Abende sind zu schön, als daß man sie in der eingesperrten Luft zubringen möchte. Außer Mslle.. Sonntag von Prag geben auch Mslle. Sigl von München und Mad. Seidler aus Berlin hier Gastrollen in Opern*. Die erste zählt nur 17. Sommer, ist hübsch, giebt sich brav, singt aber noch nicht zum Herzen; die zweite singt Bravourrollen, wie die Königin der Nacht, mit Fertigkeit, aber ihre Stimme ist manchmal zu scharf, und man merkt es ihnen an, daß sie nicht in Italien ihre Schule gemacht haben. Die dritte wird übermorgen zum Erstenmahle wieder auftreten. Als sie Wien verließ fing ihr Organ schon etwas schwer zu | werden, doch war die Methode gut. Das Beispiel der Italiener hat auf einige unserer deutschen Operisten gewirkt; sie suchen es ihnen nachzumachen, und das Publikum erkennt dieses Bestreben.

Ist H. Hofr. Rochlitz noch nicht bei Ihnen gewesen? Zunächst wollte er seine Frau in Schandau besuchen.

Fac valeas!
Gr.

Editorial

Summary

u.a. über das Burgtheater u. Gastrollen in Opern

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Tradition

  • Text Source: Dresden (D), Sächsische Staats- und Universitätsbibliothek (D-Dl)
    Shelf mark: Mscr. Dresd. h 37:4, Bd. 64, Nr. 136

    Physical Description

    • 1 DBl. (3 b. S.)
    • obere Hälfte von Bl. 2 abgeschnitten, aber offensichtlich ohne Textverlust

    Provenance

    • 1926 Dresden SLB

Text Constitution

  • “ge”added above
  • “Mslle.”uncertain transcription
  • “brav, ”uncertain transcription
  • “ihnen”uncertain transcription
  • “schwer zu”uncertain transcription

Commentary

  • d.abbreviation of “dieses”.
  • “… unglükliche Loos der verblendeten Philhellenen”Vgl. Oesterreichischer Beobachter, Jg. 12, Nr. 228 (16. August 1822), S. 978f.
  • “… Berlin hier Gastrollen in Opern”In der Hofoper bzw. im Theater an der Wien gastierten H. Sontag ab 20. Juli, C. Sigl ab 5. August und C. Seidler ab 19. August 1822.

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