Carl Maria von Weber an den Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz
Dresden, Sonntag, 4. September 1825

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Den Herren

B: Schott Söhne.

berühmten MusikVerlegern

zu

Mainz.

E. Wohlgebohren

Geehrtes vom 24t August hat mir großes Vergnügen gemacht. Hr: CastilBlaze hat sich durch sein Werk de l’opera en France, und Seine kritischen Anzeigen so sehr meine Hochachtung erworben, daß es mich wahrlich sehr geschmerzt hat, Seine Handlungsweise bei dem Freyschützen, in bezug auf meine Rechte*, nicht eben so lobenswerth finden zu können. — ich habe sogleich die Partitur der Euryanthe an die Kopisten vertheilt, und werde sie Ihnen baldigst für H: Castil Blaze zusenden, ich hoffe Er wird mir die Ehre gönnen sich dann mit mir direkt in Verbindung zu sezzen, und wir werden uns schnell über den Preiß einigen.

Da Sie einmal gefälligst das MittlerAmt übernommen haben, so ersuche ich Sie, Ihm obiges mitzutheilen.*

Wegen des Preises meiner neuen Oper im KlavierAuszug, habe ich noch keine Veranlaßung gefunden meine Ansichten zu ändern.

Mit freundschaftlicher Hochachtung CMvonWeber.

Editorial

Summary

Castil-Blaze hat sich durch sein neues Buch Webers Achtung erworben und er lässt ihm, sobald kopiert, die Partitur der Euryanthe durch Schott zukommen, hofft aber doch auf direkten Kontakt zu ihm

Incipit

E. Wohlgebohren Geehrtes vom 24t August hat mir großes Vergnügen

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Tradition in 2 Text Sources

  • 1. Text Source: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Shelf mark: 55 Nachl 100/B, 1464

    Physical Description

    • 1 Bl. (2 b. S. einschl. Adr.)
    • Vermerk Schotts auf der Adressenseite: “Nach Einsicht doch | sogleich wieder | zurük.”
    • auf der Adressenseite Briefregistraturvermerk: “C. M. v. Weber | Dresden 4. Sept 1825”
    • PSt: DRESDEN | 5. Sept. [25]Jahreszahl im Stempel nicht mehr zu erkennen

    Provenance

    • 2014 Ankauf des Schott-Archivs durch ein Käuferkonsortium (u.a. die Staatsbibliotheken Berlin und München)
  • 2. Text Source: Draft: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Shelf mark: Mus. ms. autogr. theor. C. M. v. Weber WFN 6 (XV), Bl. 86a/r

    Commentary

    • “… in bezug auf meine Rechte”Castil-Blaze hatte als Vorlage für sein Freischütz-Arrangement Robin des bois (Erstaufführung Paris 7. Dezember 1824) weder eine Partiturkopie beim Komponisten bestellt noch mit ihm Kontakt bezüglich des Rechte-Erwerbs aufgenommen.
    • “… ich Sie, Ihm obiges mitzutheilen.”Hier bricht der Entwurf mit pp ab.

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