Carl Graf von Brühl an Karl August Fürst von Hardenberg in Berlin
Dresden, Donnerstag, 26. Januar 1815

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Um Allerhöchste Autorisation, mit dem Musikdirektor Carl Maria von Weber zu Prag in Unterhandlungen treten und demselben einen Jahrgehalt von 1800. Thalern versprechen zu dürfen, bitte ich dringend und gehorsamst: Schon von einiger Zeit habe ich mit demselben in Correspondenz gestanden, und von ihm erfahren, wie er bereitwillig sei, nach Berlin zu kommen, jedoch sein jetziges gutes Engagement nicht ohne einigen Vortheil aufgeben könne.

Dieser junge Mann glänzt nicht allein als geistvoller, feuriger Compositeur, sondern hat auch im ganzen Umfange der Kunst, Poesie und Literatur die ausgebreitetsten Kenntniße und zeichnet sich dadurch vor den mehersten musikalischen / Künstlern aus, und würde deshalb bei einem künftig zu errichtenden Conservatoire – beßer, als jeder andre zu benutzen seyn. – Als Dirigent eines Orchesters hat er neuerlich einen unzweideutigen Beweiß seiner Kunstfertigkeit abgelegt, indem er in sehr kurzer Zeit das ziemlich mittelmäßige Prager Orchester zu einer merkwürdigen Stufe der Vollkommenheit empor gehoben hat. – Bei Auführung seiner Oper Silvana in Berlin hatte ich selbst Gelegenheit dieses vorzügliche DirektionsTalent zu beobachten. Denn er studirte dem Orchester die sehr schwierige Musik in drei Proben so vortreflich ein, als manche andere es gewöhnlich in sechs bis sieben Proben nicht wurde. – Zu Ersparung der Zeit, und um den H: Eslair nicht so lange in Ungewißheit zu laßen, möchte / es vielleicht nützlich seyn, wenn Ew: Durchlaucht in Hoch Dero Büreau den Befehl ertheilen wollten, die Allerhöchste Entscheidung in Betref desselben direkte dem Königl. Legations Secretair Touffroy nach Stutt: ganz zu überschreiben, welcher sie dem Eslair sogleich mittheilen würde. Nach dessen hierauf erfolgter Erklärung könnte ich als dann unverzüglich das Nöthige, in Absicht seines Reisegeldes verfügen.

Brühl

Apparat

Incipit

Aus der anliegenden Abschrift meines Danksagungsschreibens

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Berlin (D), Geheimes Staatsarchiv – Preußischer Kulturbesitz (D-Bga)
    Signatur: I HA Rep. 100, Nr. 1040, fol. 30–31

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