Aufführungsbesprechung Berlin, Opernhaus: Konzert von Carl Maria von Weber zugunsten des Vaterländischen Vereins am 18. Juni 1816

Zurück

Korrespondenz und Notitzen.

Aus Berlin, den 24ten Juni.

[…] ¦ […]

Herr Kapellmeister Hummel gab ein zweites Konzert,[…] – Eine der herrlichsten Musikleistungen war die große musikalische Akademie, welche der Operndirektor, Carl Maria v. Weber (aus Prag) am 18ten Juni zum Besten der Invaliden ausführte. Drei Lieder von Th. Körner („Schwertlied,“ „Gebet,“ und „Lützows wilde Jagd,“) sind eben so viele Beweise eines genialen und durchdachten Strebens. Sie wurden von 40 Männerstimmen, unter Leitung des, mit kenntnißvollem Eifer thätigen Chordirektors Leidel trefflich ausgeführt und freudig aufgenommen, der letzte Gesang auch jauchzend da Capo gerufen. Dann folgte: „Kampf und Sieg,“ Kantate zur Feier der Schlacht bei Belle-Alliance; Gedicht von Wohlbrück, Musik von C. M. v. Weber. Hier ist einmal die für die Komposition so schwierige Aufgabe höchst verdienstlich gelöst; Kraft, Reichthum der Gedanken und Klarheit sind vereint zu einem wirksamen Ganzen. Das Bild der Schlacht ist in Tönen angedeutet, wleche in ihren Thema’s befreundete und bekannte Nationalmelodien, als bezeichnend für die verschiedenen Kampfheere, aufnehmen, und wie dort das Volk selbst, so werden hier die französischen Klänge mit Waffen geschlagen, bis sie verhallend untergehen. Das Publikum erkannte die Vorzüglichkeit des Kunstwerks mehrmals mit lohnender und lauter Freude. – Der Komponist hat am 23ten Juni die Aufführung wiederholt mit gleichem Beifall. – […]

Gtz.

Apparat

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Jakob, Charlene

Überlieferung

  • Textzeuge: Zeitung für die elegante Welt, Jg. 16, Nr. 127 (1. Juli 1816), Sp. 1015–1016

        XML

        Wenn Ihnen auf dieser Seite ein Fehler oder eine Ungenauigkeit aufgefallen ist,
        so bitten wir um eine kurze Nachricht an bugs [@] weber-gesamtausgabe.de.