Friedrich Wilhelm Jähns an Wilhelm Künzel
Berlin, Montag, 22. Januar 1872

Zurück

Zeige Markierungen im Text

Absolute Chronologie

Vorausgehend

Folgend


Korrespondenzstelle

Vorausgehend

Folgend

Sehr geehrter Herr und Freund.

Vielen Dank für Ihre gütige Zusendung. Jedenfalls ist mir Jedes, auch das kleinste, von Weber’schen Autographen hochinteressant. Wollen Sie nicht ungütig nehmen, wenn ich auch die beiden Briefchen zurücksenden muß. Nur auf wichtigeres für meine Sammlung muß ich sehen. Porti trage ich unter allen Umständen selbstverständlich und sende auch hiebei 3 Groschenmarken, die Ihr neulicher Brief trug. Beide Briefe der vom „Dienstag d. 19. April 1825 früh 8 Uhr“ wie der vom „22. Apr. 1817“ „Mit Dank erkenne ich pp“ sind aus Dresden und an Hofrath Böttiger. – Bitte aber, entziehen | Sie mir gütigst hinfort nicht den ferneren Anblick Weberscher Autographe, so klein u. wertlos sie auch erscheinen möchten. –

Das Autogr. der schottischen Lieder habe ich bereits gesehen. Wäre die Summe für mich u. für die[s] Stück für mich nicht zu bedeutend, so hätte ich es gern erworben, u. so muß ich meine Mittel sparen, um sie für mir Nötigeres zu verwenden.

Noch Eins! – Von Herrn Zeune erfuhr ich, daß Sie auf einen Weber (Musik) im Besitz von Charavay reflektirt hatten. Er hat sich als „faithful copy“ erwiesen.– | für mich aber hat es damit eine eigne Bewandniß. Dieser „Marche composée pour la Société royale des musiciens de la Grande-Bretagne pp“ ist für mich von höchstem Interesse, mag das Stück nun von Weber geschrieben gewesen sein oder nicht. Es könnte von Fürstenau’s (Weber’s Begleiter in England) geschrieben sein, dessen Hand ich kenne – dann hat den Marsch – wie die Rede geht – Weber ihm wirklich in die Feder dictirt, u. dann wäre eine höchst kritische Frage beantwortet, die ich in meinem Weber-Buch unter No: 307 pag. 407 des Weiteren erörtert habe. – Das Schriftstück zu sehen, ist mir deshalb noch von sehr großer Wichtigkeit.– Ist es deshalb nicht möglich es nochmals von Paris zur Ansicht zu bekommen?!*

|

Vielleicht ist es Ihnen möglich! Darf ich da auf Ihre gütige Verwendung hoffen?

Doch – wenn dies nutzlos wäre – können Sie mir wenigstens sagen, ob zu dem Marsch sich auch Textworte fanden in dem Schriftstück, deutsche oder englische. Dies schon wäre nicht unwichtig zu wissen für mich. – Hätten Sie wohl die Güte, mir hierüber Nachricht zu geben u. ob Hoffnung, das Stück nochmals zur Ansicht zu bekommen.

– Verzeihen Sie mir die Freiheit, die ich mir nehme und sein Sie auf alle Fälle innigsten Dankes gewiß
Ihres
sehr ergebenenF.W.Jähns.

Apparat

Zusammenfassung

betrifft Verkaufsverhandlungen zu Weber-Briefen und Notenautographen (Schottische Lieder); das bei Charavay angebotene Manuskript des Marsches JV 307 hat sich als Kopie erwiesen, bittet um Künzels Verwendung bezüglich einer Zusendung zwecks Einsichtnahme, wichtig bezüglich des Schreibers (evtl. Fürstenau) und der Fassung (evtl. mit Textunterlegung?)

Incipit

Sehr schönen Dank für Ihre gefällige Mittheilung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Marbach (D), Deutsches Literaturarchiv Marbach (D-MB)
    Signatur: 63.104/60

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (4 b.S. o.Adr.); Format: 22,3 x 14,1 cm
    • Vermerk von Künzel in Tinte: „resp 9 Febr.“

Textkonstitution

  • „u.“durchgestrichen
  • „so“über der Zeile hinzugefügt
  • „ich“über der Zeile hinzugefügt
  • „’s“durchgestrichen
  • „ihm“über der Zeile hinzugefügt

Einzelstellenerläuterung

  • „… Paris zur Ansicht zu bekommen?!“Das schließlich von Jähns erworbene Manuskript (D-B, Weberiana Cl. IV B [Mappe XIV], Nr. 1278) ist nicht von Fürstenau kopiert.

    XML

    Wenn Ihnen auf dieser Seite ein Fehler oder eine Ungenauigkeit aufgefallen ist,
    so bitten wir um eine kurze Nachricht an bugs [@] weber-gesamtausgabe.de.