Adolph Martin Schlesinger an Carl Christian Lose (sen.) in Kopenhagen
Berlin, Samstag, 11. März 1826

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Ihr mir zugehendter Abschluß hat mich in einem hohen Grade in Erstaunen gesetzt. Er ist gänzlich in Widerspruch mit der Billigkeit und unsern übereingekommenen Bedingungen. 1. Steht unter uns fest, daß ich Ihnen Nova senden soll und Ihnen freisteht in der Sub. dasjenige was Ihnen nicht ansteht zu remittiren und dafür andere Artikel aus meinem Verlage zu wählen, so daß der ganze Betrag der Rechnung bezahlt wird. Sie remittiren aber so wohl voriges Jahr als jetzt sehr bedeutend, ohne dafür andere Artikel zu wählen und berechnen das Verkaufte mit 50 %. Diesen Rabatt gewähre ich nur wie Sie wissen auf feste Rechnung wo nichts remittirt wird und wo die jährliche Rechnung mindestens 100 rh netto beträgt. Es war eine besondere Vergünstigung daß ich Ihnen den Umtausch der nicht abgesetzten Artikel gegen andere erlaubte; was ich Niemanden außer Ihnen bewilligt habe, auch mir von Niemand bewilligt worden ist. 2. Eine Sendung vom 24 July 1825 von rh 16. 20 gr. ord. die noch ganz unverkauft daliegt, war ohne Bestellung und nur gegen gleich zu geschehende Gegenauswahl als Cange von Ihnen gesendet um das Geschäft angenehm zu machen und Sie stellen diesen Posten auf Zahlungsberechnung und rechnen den Betrag vom Saldo ab. 3. Sandten Sie im vor. Jahre viele Artikel auf Zahlungsrechnung zurück die Sie früher in Change erhielten, wogegen die von Ihnen erhaltenen Artikel noch fast Alle unverkauft bei mir liegen. – In diesem Fall wil ich nicht nur die Sendung vor rh 16. 20. remittiren sondern fast Alles was ich von Ihren Artikeln erhielt. –

Belieben Sie mir zu melden ob die Rücksendung über Stettin geschehen soll oder ob Sie anderweitig darüber disponiren wollen. Sie würden dabei den kürzeren ziehen. 4. Haben Sie die Partitur von Valentine de Milan verlangt ohne dabei zu bemerken, daß Sie solche nur mit 50 % gebrauchen könnten, in welchem Fall ich sie nicht gsendet haben würde. Solches Zumuthen, daß ich Ihnen denselben Rabatt geben soll, den Sie in Paris erhalten haben würden! sind keine Sp[…]hen von Paris bis Berlin und sollte ich gar nichts gewinnen? zu dem Preise von 14 rh netto bleibt mir höchstens rh à 1 1/2 rh übrig, nach Abzug von 50 % Rabatt die ich von meinem Sohn erhalte der mir auch nichts schenkt. Ich kann Ihnen auf Ehre versichern, daß Sie damals das letzte Expl. erhielten und ich nachdem 3 Expl. wieder aufs Neue verschrieben habe. Die Sendung vom 15 Maerz 1825 beträgt laut factura 23. 10 oder 14 ggr netto oder 12. 7. netto nicht 12 rh wie Sie angeben. Als rechtlicher Mann fordre ich Sie hiermit auf unsere Angelegenheit nicht nach Ihrer Willkühr, sondern wie wir übereingekommen sind und wie es rechtlichen Leuten zukömmt zu arrangiren und was Sie von Change Artikeln zurückgefordert haben, für gleichen Betrag will ich Ihnen von Ihren Artikeln remittiren und was sie von den auf Zahlungsrechung erhaltenen Artikeln zurückgesendet haben, möchten Sie für gleichen Betrag, wie wir übereingekommen sind. Ich liebe keinen Streit, allein was man übereingekommen ist, muß man halten. Aus angebogenem Catalog werden Sie ersehen, was bis jetzt für Neuigkeiten bei mir erschienen sind. Ferner erscheint bei mir gleich nach der Zurückkunft des Herrn v. Weber aus London, dessen neue Oper Oberon, die er am 2ten Osterfeiertag in London aufführen läßt, in allen Gattungen von Arrangements, wobei gesorgt ist daß keine Gattung von Nachdruck davon erscheinen wird. Ferner der Kl. Az. von Boieldieus neuester Oper la dame blanche mit deutsch & frz. Texte. Es wird mich freuen wenn unsere Angelegenheit freundschaflich ausgeglichen und wir in der Folge bedeutende gegenseitig nützliche Geschäfte machen.

P. S. Herrn Fr Kuhlau ersuche ich, gefälligst sagen zu lassen daß das mir mit seinem Schreiben am 18 Nov. d. J. gesandte Manuscript längst nach Paris an meinen Sohn befördert ist.

Apparat

Zusammenfassung

wegen remittierter Sendung und Rabatten; auch Schlesinger will seine Sachen zurücksenden; legt Katalog bei und weist darauf hin, dass Webers Oberon in allen Gattungen von Arrangements bei ihm erscheine und Nachdrucke verboten seien; außerdem erscheine Boieldieus Weiße Dame; bittet Kuhlau auszurichten, dass er das gesandte Manuskript nach Paris befördert habe

Incipit

Ihr mir zugehender Abschluß hat mich in einem hohen Grade

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Entwurf: Erzhausen (D), Archiv des Verlags Robert Lienau (D-ERZrl)
    Signatur: Kopierbuch Schlesinger 1826–1833, S. 9–10

    Quellenbeschreibung

    • ohne Unterschrift

Textkonstitution

  • „Sub.“Unsichere Lesung.
  • Unleserliche Stelle

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