Friedrich Ludwig Schmidt an Karl Theodor Winkler in Dresden
Hamburg, Freitag, 21. September 1832

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[…] Der Webersche Oberon hat allerdings schon einige Vorstellungen über die bedungenen fünfundzwanzig erlebt, jedoch nicht des Interesses wegen, sondern weil er einmal auf dem Repertoire war, und in vorkommenden Fällen zur Aushilfe diente*. Schon lange vor der 25. Vorstellung war das eigentliche Casse Machen desselben vorbei, und dies wurde doch bei jener Bedingung stillschweigend wohl vorausgesetzt. Es fragt sich nun, ob Sie es nicht für billig halten, daß bei dieser Rücksicht uns jene Bedingung erlassen, oder doch mindestens auf die Hälfte gemindert werde?* Beherzigen Sie, wenn Sie irgend können, das Interesse von Privatunternehmern, die in keiner Staatscasse einen Rückhalt haben. […]

Apparat

Zusammenfassung

Schmidt begründet, warum das Hamburger Theater die ursprünglich ausgehandelte Honorar-Nachzahlung an die Weberschen Erben für den Oberon (20 Dukaten nach der 25. Vorstellung, zusätzlich zu den zuerst gezahlten 14 Dukaten für Partitur und Textbuch) schuldig geblieben ist und bittet um Nachsicht

Verantwortlichkeiten

Übertragung

Überlieferung

  • Textzeuge: Hermann Uhde (Hg.), Denkwürdigkeiten des Schauspielers, Schauspieldichters und Schauspieldirectors Friedrich Ludwig Schmidt (1772–1841), Bd. 2, Hamburg 1875, S. 254

    Einzelstellenerläuterung

    • „… vorkommenden Fällen zur Aushilfe diente“Diese Darstellung ist möglicherweise absichtsvoll negativ gefärbt (um einer Nachzahlung aus dem Wege zu gehen). Im Allgemeinen Musikalischen Anzeiger, (Jg. 1, Nr. 31 vom 1. August 1829, S. 124) heißt es im Gegensatz dazu: „In Hamburg ist seit ein paar Monathen Weber’s ‚Oberon‘ zwanzig und etliche Mahle, bey mehrentheils gefülltem Hause gegeben worden.“ In den Originalien aus dem Gebiethe der Wahrheit, Kunst, Laune und Phantasie, Jg. 13 finden sich für das Jahr 1829 in den (unvollständigen) Ankündigungen lediglich Hinweise auf fünf geplante Oberon-Vorstellungen (19. Januar, 2., 9. und 25. Februar, 12. September) sowie Besprechungen zu den Vorstellungen am 15. Januar, 12. September, 8. Oktober sowie einer nicht genauer datierten im Mai. In dem im Tagebuch der deutschen Bühnen dokumentierten Zeitraum von Januar 1830 bis Juli 1831 fanden allein zehn Vorstellungen statt: 1830 am 24. Januar, 14. März, 2., 11. und 25. Juni, 24. Juli sowie 29. August, 1831 am 5. Januar, 13. Mai und 27. Juni.
    • „… auf die Hälfte gemindert werde?“In Winklers zweiter Vormundschaftsrechnung (für die Jahre 1830 bis 1832) vom 15. Januar 1833 (Sächs. Hauptstaatsarchiv Dresden, 10047, Amt Dresden, Nr. 3287, Amtsgericht Dresden Lit. W. Nr. 124, Bl. 173) ist der Eingang einer Hamburger Nachzahlung von 39 rh. 1 g. 6 d. vermerkt.

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