Heinrich Graf Vitzthum von Eckstädt an Carl Maria von Weber in Prag
Dresden, Samstag, 24. August 1816

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[…]

Durch Ewr. Hochwohlgeb. meinen Wünschen entsprechende, und wegen des mir darin bezeigten Vertrauens mich so ehrende Antwort vom 19. dieses in den Standt gesetzt, meinen Antrag auf Ihre Anstellung als Königl. Capell-Meister bey Sr. Königl. Majestät auf eine Art zu erneuern, welche mich zu bestimmtern Hoffnungen der Genehmigung berechtigt, wird die Berichtigung dieser Angelegenheit eines meiner dringensten Geschäfte seyn. Da solches jedoch der Verfaßung nach schriftlich geschehen muß, und die endliche Entschließung bey dem hier bestehenden Geschäftsgange, mir leicht erst nach Verfluß einiger Wochen officiell bekannt werden dürfte, so habe ich mich für verpflichtet erachtet, Sie von diesen Verhältnissen in Kenntniß zu setzen, damit der noch eintretende Verzug Sie nicht befremden, Sie auch Sich nicht behindert glauben mögen, nach Beendigung Ihrer Verbindung mit der Prager Theater-Direction, welche meines Wissens schon am 1. Sept. d. J. eintritt, nach Befinden die Ihnen freybleibende Zeit zu irgend einer Kunstreise anzuwenden, besondern da wegen der bis nach der Michaelismesse noch fortbestehenden Verhältniße der Deutschen Hof-Schauspieler-Gesellschaft in Leipzig*, der würckliche Antritt der Ihnen hoffentlich zu Theil werdenden Stelle, da nöthig auch bis zu Anfang des Monats Novembers ausgesetzt bleiben könnte. Doch ersuche ich Sie, dafern Sie eine solche Reise unternehmen, theils mir bestimmte Anweisung über die Orte, wohin ich meine Briefe an Sie zu adressiren habe, gefälligst zukommen zu lassen, theils bey solcher durch Ausforschung vorzüglicher Künstler, das Interesse der neu zu gründenden Kunstanstalt vorläufig mit zu berücksichtigen. Genehmigen Sie die erneuerte Versicherung meiner ausgezeichnetem Hochschätzung; […]

Apparat

Zusammenfassung

betr. Webers Anstellung in Dresden; bittet Weber um Geduld, da sein Antrag den langwierigen Dienstweg passieren müsse; stellt Weber frei, nach seinem Weggang aus Prag zunächst eine Reise zu unternehmen, da seine Anstellung möglicherweise erst Anfang November erfolgen werde.

Incipit

... Durch Ewr. Hochwohlgeb. meinen Wünschen entsprechende

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Frank Ziegler

Überlieferung

  • Textzeuge: Verbleib unbekannt

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • MMW I, S. 542–543 (nur Auszug)

Textkonstitution

  • Unleserliche Stelle
  • Unleserliche Stelle

Einzelstellenerläuterung

  • „… der Deutschen Hof-Schauspieler-Gesellschaft in Leipzig“Franz Secondas Hofschauspieler-Gesellschaft, die ab Herbst 1816 den Grundstock des deutschen Hoftheaterensembles bilden sollte, beendete ihre letzte Leipziger Spielzeit am 20. Oktober und begann ihre Dresdner Aufführungen am 24. Oktober 1816; vgl. Tagebuch der deutschen Bühnen, Jg. 1, Nr. 11 (November 1816), S. 351.

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