Carl Maria von Weber an Johann Friedrich Cotta in Tübingen
Darmstadt, Dienstag, 29. Januar 1811

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Korrespondenzstelle

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S: Wohlgebohren

Herrn Doctor Cotta

zu

Tübingen.

P: P:

Sie werden Sich wundern so lange nichts von mir gehört zu haben, aber andere Geschäfte hielten mich ab mit dem anhaltenden Fleiß der nöthig gewesen wäre an dem Künstler leben zu arbeiten*T, und da mir sehr daran gelegen ist etwas Ihres Verlags würdiges zu liefern, so wird es sich wohl noch einige Zeit verziehen. Glauben Sie nicht daß es vortheilhaft wäre ein oder 2 Kapitel daraus wieder ins Morgenblatt zu rükken?* für welches ich Ihnen auch nächstens eine intereßante Notiz über das hier neu auflebende Theater* des Grosherzogs schikken werde.      Ich bleibe noch circa 14 Tage hier und sezze dann meine Reise über Würzburg und Bamberg, Augsburg nach München fort, kann ich Ihnen wo nüzlich seyn, so haben Sie die Güte mir das Vergnügen zu gewähren. H: Geh: Sek: Haug bitte ich Sie ergebenst ein Exemplar von Mathisons Gedichten* für meine Rechnung zuzustellen.

Der ich die Ehre habe mit vollkommner Hochachtung zu seyn
E: Wohlgebohren
ergebener Diener
Carl Marie von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

vertröstet Cotta wegen Künstler Leben; fragt, ob wiederum 1–2 Kap. im Morgenblatt erscheinen könnten; will Notiz über Theater Ludewigs schicken; plant Abreise nach München

Incipit

Sie werden Sich wundern so lange nichts von mir gehört zu haben

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Marbach (D), Deutsches Literaturarchiv Marbach (D-MB)
    Signatur: Cotta-Archiv

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S. einschl. Adr.)
    • PSt: R. 1. DARMSTADT
    • am Rand der Adressenseite Registratureintrag (Empfangsvermerk)

    Provenienz

    • Stargardt Kat. 284 (Versteigerung 24. Oktober 1928), Nr. 199

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Schiller, Herbert, Briefe aus dem Cotta’schen Archiv, in: Der Greif-Almanach 1931, Stuttgart u. Berlin: Cotta, 1931, S. 47f.

Themenkommentare

    Einzelstellenerläuterung

    • P: P:Abk. von „praemissis praemittendis (nach Vorausschickung des Vorauszuschickenden / man nehme an, der gebührende Titel sei vorausgeschickt)“.
    • „Künstler leben zu arbeiten“Am 1. August 1810 hatte Weber mit Cotta vereinbart, dass er das Manuskript seines geplanten Romans Tonkünstlers Leben (KS 160) bis Dezember abliefern würde; vgl. Tagebuch und Brief an Johann Gänsbacher vom 24. September 1810.
    • „ein oder 2 … Morgenblatt zu rükken?“Nach dem Fragment aus einer musikalischen Reise, die vielleicht erscheinen wird im Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 3, Nr. 309 (27. Dezember 1809), S. 1233–1234 (gez.: Carl Marie) ist kein weiteres Kapitel aus dem geplanten Roman im Morgenblatt erschienen.
    • „nächstens eine intereßante … neu auflebende Theater“Bericht über Darmstadt im Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 5, Nr. 118 (17. Mai 1811), S. 472, vgl. Städtecharakteristik Darmstadt, vgl. auch Brief an Ludewig I. vom 14. Januar 1811.
    • „Mathisons Gedichten“1811 erschien bei Cotta in Tübingen eine zweibändige „Vollständige Ausgabe“ der Gedichte von Friedrich von Matthisson, zugeeignet Friedrich Haug und Friedrich Christoph Weißer; darin in Bd. 2 auf S. 254f. das Gedicht „An Haug und seine Luise“ aus dem Jahr 1802. Weber kannte Haug aus seiner Zeit in Württemberg und äußerte sich in seinem Bericht über den Zustand von Kunst und Literatur in Stuttgart von 1809 sehr lobend über ihn.

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