Carl Maria von Weber an die Brüder Heinrich, Wilhelm Wolff und Michael Beer in Berlin
Dresden, Donnerstag, 30. März 1820

An die H: Brüder Heinr: Wolf. Michael Beer zu Berlin.

Vergeblich habe [ich]3 Wochen lang auf eine Antwort von Ihnen gehofft. das thut mir wehe. denn Sie begehen ein großes Unrecht gegen Ihre verehrten Eltern, gegen sich selbst, und gegen mich.

Ich habe Briefe Ihrer theuren Eltern vom 5t März vorliegen.      Sie begreiffen meine Herren daß ich sie nicht eher beantworten kann, als bis ich auch überzeugt sein kann darf daß meine Antwort wirklich an die Eltern gelangt.      Ich bitte Sie nochmals herzlichst und dringendst, legen Sie die ganze Sache Ihrem einsichtsvollen Vater vor, und schreiben Sie mir baldigst darüber etwas beruhigendes. So kann das es nicht bleiben. Was sollten Ihre Eltern von meinem gänzlichen Schweigen denken?. ich müßte also einen Weg aufsuchen meine Briefe direkte in des Vaters Hände zu bringen. Müßte ich dann nicht gleichsam als Ankläger der Söhne auftreten, die das was sie thaten aus der besten Absicht entsprungen wußten? Oder wollten sie eine traurige Spanung zwischen uns allen entstehen sehen, weil ich that was meine Verhältniße mir geboten, und wo ich glaubte mehr der Liebe meiner Freunde als der Diskretion meiner Feinde mich vertrauen zu dürfen? Sie haben den Knoten geschlungen, sie können ihn auch am besten wieder lösen.

Ihre Eltern sind so unendlich gut. und können Sie am Herzen Ihres alten Freundes Weber zweifeln?

Apparat

Zusammenfassung

er habe von Ihnen leider keine Antwort erhalten, wohl aber einen Brief der Eltern; bittet nochmals, die ganze Sache (Geschenkrückgabe betr.) dem Vater Beer vorzutragen, da er es sonst selbst tun müsse;

Incipit

Vergeblich habe 3 Wochen lang auf eine Antwort

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Entwurf: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz (D-B)
Signatur: Mus. ms. autogr. theor. C. M. v. Weber WFN 6 (Mappe X), Bl. 70b/v

Quellenbeschreibung

  • adr.an: Heinrich, Wolf u. Michael Beer
Weitere Textquellen
  • MMW II, S. 232–233;

Textkonstitution

  • "3 Wochen lang": "ich bis jezt" durchgestrichen.
  • "kann": durchgestrichen.
  • "das": durchgestrichen.
  • "sind so unendlich … Freundes Weber zweifeln?": Hinzufügung am Rand.

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