Carl Maria von Weber an Franz Xaver Pechatschek in Stuttgart
Dresden, Freitag, 5. September 1823

S. Wohlgebohren

Herrn F. Pechatschek.

Königl: Würtembergischen

Konzert Meister

zu

Stuttgart.

HirschGaße 93.

Was ich fast voraus vermuthen konnte, ist eingetroffen, die Stelle ist vorläufig auf 2 Jahre an den jungen Rolla aus Mayland vergeben, und ich somit vor der Hand der angenehmen Aussicht betrübt Sie den unsrigen nennen zu können.

Es trug freilich dazu bei, daß Sie sich nicht bestimmt genug erklären konnten*, und man erst doch zweifelhafte Unterhandlungen hätte anknüpfen müßen, da hingegen Rolla dringend darum ansuchte.

In wenig Tagen gehe ich nach Wien, verzeihen Sie daher die Kürze dieses Schreibens, und glauben Sie mich mit herzlichster Achtung Ihren ganz ergebenen
CMvWeber

Apparat

Zusammenfassung

teilt ihm mit, dass die Dresdner Kzm.-Stelle für 2 Jahre an den jungen Rolla vergeben sei; P's unbestimmte Äußerungen hätten leider zur Ablehnung beigetragen

Incipit

Was ich fast voraus vermuthen konnte

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Joachim Veit

Überlieferung in 2 Textzeugen

  1. Wien (A), Österreichische Nationalbibliothek, Musiksammlung (A-Wn), Handschriften- u. Inkunabelsammlung
    Signatur: Autogr. 7/124-3

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (2 b.S. einschl. Adr.)
    • PSt: DRESDEN 5. Sept 23.
  2. Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II B, S. 867, Nr. 37

Einzelstellenerläuterung

  • „… nicht bestimmt genug erklären konnten“Pecháček hatte offenbar während seines Dresden-Aufenthalts ab 1. Mai 1823 (vgl. Tagebuchnotiz) mitbekommen, dass in Dresden ein Nachfolger für Polledro als Konzertmeister der Hofkapelle gesucht wurde, konnte sich aber ohne Rücksprache in Stuttgart nicht formal bewerben.

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