Carl Maria von Weber an Carl Graf von Brühl in Berlin
Dresden, Donnerstag, 18. März 1824

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Dem Hochgebohrnen Herrn

Grafen Carl Brühl.

Königl: Kammerherrn. General Intendanten

der Königl: Schauspiele. Comandeur

und Ritter mehrerer hoher Orden pp

Berlin.

Meinen ergebensten Dank für die erfreuliche Nachricht daß Euryanthe im Aprill in Szene gehen soll. ich erlaube mir die dringende Bitte dieß erst nach Ostern geschehen zu laßen, weil ich es durchaus der Sache schuldig zu sein glaube, selbst die lezten Proben mit anzusehen.      Folgern E: Hochgebohren hieraus, durchaus keine Ansprüche auf Ihre Güte. Es ist dieß nur meine Sache und mein Wunsch.

Mit heutiger Post habe ich auch an den H: Generalmusikdirektor Spontini geschrieben.

Euryanthe ist in einer Woche in Frankfurt und Prag gegeben worden*.      in Prag hat sie nicht gefallen; in Frankfurt Furore gemacht. – –

d: 29t März wird sie hier gegeben*.

Schubert ist todt, Morlachi noch in Venedig*. Die Last meiner Geschäfte daher wahrhaft unerträglich.

ich rechne daher wegen diesem flüchtigen Geschreibsel auf E: Hochgebohren Nachsicht, und bin mit bekannter inniger Verehrung und herzlicher Achtung E. Hochgebohren ergebenster
CMvWeber

Apparat

Zusammenfassung

Dankt für Nachricht, Euryanthe im April in Berlin aufzuführen, bittet jedoch um Aufschub bis nach Ostern, um bei den letzten Proben anwesend zu sein; Euryanthe-Aufführung in Prag nicht erfolgreich, in Frankfurt hingegen großer Erfolg; Ankündigung der Aufführung in Dresden Ende März; Bericht von Tod Schuberts und Abwesenheit Morlacchis; dadurch bedingte völlige Überlastung Webers

Incipit

Meinen ergebensten Dank für die erfreuliche Nachricht

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung in 3 Textzeugen

  • 1. Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: 55 Ep 1919 (Schenkung Ledderose)

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (1 b. S. o. Adr.)

    Provenienz

    • Stargardt Kat. 603 (11./12. Juni 1974), Nr. 582, S. 159 mit Faksimile (ohne Adressenseite)
    • Stargardt Kat. 584 (1968), Nr. 47, S. 16

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Brühl, S. 43–44 (Nr. 41)
  • 2. Textzeuge: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Kgl. Schauspiele Berlin, Nachl. 230

    Quellenbeschreibung

    • Adressenseite: 1 Bl. (1 b. S.)
    • Siegelloch
  • 3. Textzeuge: Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 39, S. 42

    Quellenbeschreibung

    • Kopie von Ida Jähns

    Einzelstellenerläuterung

    • „… Frankfurt und Prag gegeben worden“In Frankfurt wurde die Euryanthe am 8. März, in Prag am 11. März 1824 erstmals gegeben. Zu den unterschiedlichen Reaktionen vgl. die Presseberichte aus Frankfurt bzw. diejenigen aus Prag.
    • „… März wird sie hier gegeben“Die EA in Dresden fand am 31. März 1824 statt.
    • „… , Morlachi noch in Venedig“Morlacchi hatte einen Opernauftrag für Venedig (Ilda d’Avenel); er war im November 1823 abgereist (vgl. Webers Brief an Michael Beer vom 27. September 1823) und kehrte erst im September 1824 nach Dresden zurück (vgl. Webers Tagebucheintrag vom 10. September 1824).

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