Aufführungsbesprechung Dresden: 18. Dezember 1820, u. a. Ouvertüre zu „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber

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Correspondenz-Nachrichten.

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Unser geschickter Violoncellist, Kammermusikus [etc.][…] Am 18. gab der berühmte Klarinettist Heinrich Bärmann ein großes Konzert. Selten oder nie wird man wohl einen schönern Ton und einen seelenvollern Vortrag für dieß Instrument vereinet finden, als bey diesem wahrhaft großen Künstler. Wenn er so rein- und volltönend lang aushält und dann sanft herabschwebt bis in die tiefsten Töne und in diesen nun so leise, wie Schoklang und Windessäuseln, den Triller schlägt, dann ist es Geistersprache, welche geheimnisvoll von andern Welten zu uns zu sprechen scheint. Daß sein letztes großes Adagio, von C. M. v. Weber komponiert, welches er so wundersam schön ausführte, daß es jede fühlende Seele tief er|greifen mußte, gerade nicht applaudirt wurde, zeigt wohl, daß das Publikum dieß Zeichen des Beyfalls immer nur den Knalleffekten schenkt. Mit desto allgemeinerm Jubel wurde die neue große Ouverture der Oper: „Der Freyschütze,“ von C. M. von Weber komponirt, aufgenommen. Sie ist sehr schön, charakteristisch und von großer Wirkung. Das Orchester führte diese äußerst schwierige Musik, sowohl als Beethoven’s herrliche Ouverture zu Egmont, meisterhaft aus.

Mad. Haase sang eine Arie von Rossini recht niedlich, eine zweyte aus Alimelek von Meyerbeer fand mit Recht gar keinen Beyfall. Ein Potpourri für die Viola, vom Kammermusikus Pohlandt gespielt, wurde mit zartem, schönen Ton, aber ohne alles Feuer, zu schleppend vorgetragen. Neben Bärmann kann nur ein Künstler erster Größe bestehen.

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Apparat

Zusammenfassung

Aufführungsbesprechung des Konzertes von Heinrich Bärmann am 18. Dezember 1820, bei dem u. a. die Ouvertüre zum Freischütz gespielt wurde und Carl Maria von Weber selbst mitwirkte.

Entstehung

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Jakob, Charlene

Überlieferung

  • Textzeuge: Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, Jg. 6, Nr. 3 (6. Januar 1821), S. 21–23

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