Carl Maria von Weber an Johann Friedrich Cotta in Stuttgart
München, Samstag, 20. April 1811

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P: P:

Ich habe die Ehre Ihnen hiebey folgend einiges für das M: B: zu schikken*. ein größeres Kapitel aus dem Künstler LebenT folgt in einigen Tagen*, bis jezt war es mir unmöglich daran zu kommen, um es vollends auszufeilen, indem der Strudel von Gesellschaften und Geschäften eines Concert Gebers unendlich ist.

Mein Concert* wovon ich Ihnen hier auch einen Zettel* beylege ist äußerst brillant ausgefallen, das Haus war so voll als man sich lange nicht errinnert bey einem Concert es so gesehen zu haben, der König und die Königinn waren da, und ein wirklich enthusiastischer Beyfall ward mir zu Theil.      das Concertino für die Clarinette habe ich hier erst componirt, und H: Bärmann trug es vortrefflich vor, und es gefiel sehr.

H: Fränzl spielte heute* auch ungewöhnlich schön, und ich kann wirklich sagen das alles sich vereinigte ein schönes Ganze zu liefern, und daß alle con amore mitwirkten. das bischen Ruf was ich mit hieher brachte, that freylich auch das seinige dazu, und ich kann wirklich nicht genug die Bereitwilligkeit und den Eifer des sämmtlichen Orchesters rühmen. |

Ich werde Wahrscheinlich noch einige Zeit hier bleiben, und bitte Sie daher wenn ich Ihnen hier in etwas nüzlich seyn kann, über mich zu disponiren. ich werde Ihnen von Zeit zu Zeit so kleine Notizen über alles Neue in der Kunst zuschikken. wenn gegenwärtige beylage gedrukt seyn sollte, wäre es mir angenehm ein Blatt davon zu haben.

Nun werden Sie wohl schon ganz eingewöhnt seyn in Stuttgart*, und indem ich Sie bitte mich Ihrer Frau Gemahlin* und meinen Freunden bestens zu empfehlen habe ich die Ehre zu seynE Wohlgebohrenergebenster Freund
vWeber.
in der Neuhauser Gaße
No: 133 im Bauhofe über
2 Stiegen.

Editorial

Summary

übersendet Artikel für das Morgenblatt; klagt wegen Überlastung; vom KL folge demnächst einiges; Bericht über Münchener Konzert; will Notizen über München schicken; (mit genauer Anschrift in München)

Incipit

Ich habe die Ehre Ihnen hiebey folgend einiges für das M:B: zu schikken

Responsibilities

Übertragung
Joachim Veit

Tradition

  • Text Source: Marbach (D), Schiller-Nationalmuseum, Deutsches Literaturarchiv (D-MB), Cotta-Archiv

    Physical Description

    • 1 Bl. (2 b. S. o. Adr.)
    • am oberen Rand der Rectoseite von fremder Hand: “2.”
    • am oberen Rand der Versoseite Empfangsvermerk des Verlags vom 23. April, Antwortvermerk vom 28. April 1811
    • am unteren Rand der Versoseite von unbekannter Hand: “Carl Maria von Weber

    Provenance

    • Stargardt Kat. 284 (Versteigerung 24. Oktober 1928), Nr. 200

    Corresponding sources

    • Schiller, Herbert, “Briefe aus dem Cotta’schen Archiv”, in: Der Greif-Almanach 1931, Stuttgart u. Berlin: Cotta, 1931, S. 48–49

Thematic Commentaries

Text Constitution

  • T“t” overwritten with “T
  • “und”crossed out

Commentary

  • P: P:abbreviation of “praemissis praemittendis (nach Vorausschickung des Vorauszuschickenden / man nehme an, der gebührende Titel sei vorausgeschickt)”.
  • M: B:abbreviation of “Morgen Blatt”.
  • “einiges für das … Blatt zu schikken”Laut Tagebuch vom 20. April 1811 sandte Weber folgende Texte an Cotta zum Abdruck im Morgenblatt für gebildete Stände: Aufsatz über Darmstadt, Notiz von Gänsbacher (nicht zu ermitteln), Anzeige des Reinholdschen Archivs, Meyerbeers Rezension der Lieder von Gänsbacher und eine Notiz über München. Vgl. auch Briefe an Gottfried Weber vom 30. April 1811, vom 15. Mai 1811 und 6. Juni 1811.
  • “größeres Kapitel aus … in einigen Tagen”Weber übersandte jedoch kein weiteres Kapitel aus Tonkünstlers Leben (KS 160) an Cotta; vgl. auch Brief an Johann Friedrich Freiherr von Cottendorf Cotta vom 29. Januar 1811.
  • “Mein Concert”Am 5. April 1811 in München, vgl. Brief an Franz Joseph Fröhlich vom 30. März 1811.
  • “Zettel”Vgl. Programmzettel zu Webers Konzert in München am 5. April 1811, Quelle: München, Theatermuseum.
  • “H: Fränzl spielte heute”Gemeint ist hier der 5. April; Ferdinand Fränzl präsentierte sich in Webers Konzert mit einem eigenen Violinkonzert.
  • “schon ganz eingewöhnt seyn in Stuttgart”Cotta war offensichtlich Anfang 1811 nach Stuttgart umgezogen, vgl. seine mit 19. März datierte Anzeige in: Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 5, IB 7 zu Nr. 77 (30. März), S. 28.
  • “Ihrer Frau Gemahlin”Wilhelmine (Ernestine Philippine) Cotta, geb. Haas (1769–1821), seit 1791 verheiratet mit J. F. Cotta.

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