Carl Maria von Weber an Siegmund Wolff Courländer in Kopenhagen
Dresden, Donnerstag, 6. Februar 1823

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S. Wohlgebohren

Herrn Courländer

Großirer

zu

Kopenhagen

Kiobenagar Gade

No: 4.

Geehrtester Herr und Freund!

Wenn Sie gerechter Weise mir zürnen könen über langes Stillschweigen, so helfe ich mir damit, Ihnen Mangel an Großherzigem Edelmuth vorzuwerfen, durch den Sie hätten glühende Kohlen auf mein Haupt sammeln könen; Wenn Sie mir nehmlich nach Aufführung meiner Werke etwas darüber geschrieben hätten, statt sich stummer Weise in den Schmollwinkel zu sezzen.      Eine Relation von Ihrem scharfblikkenden Auge der wizzigen Feder diktirt, würde gewiß sehr intereßant für mich gewesen sein.      Da Sie mich nun durch diese Unterlaßung hart genug gestraft haben, sind wir rein quitt; und ich fange von Vorn an Sie zu quälen.

Ueberbringer dieses ist unser trefflicher Fürstenau. Ein Fürst auf den Flöten Auen, den ich Ihrer Güte, Ihrem Rathe, Ihrer Hülfe hiemit bestens anempfohlen haben will*.

     Er ist zugleich der l[ängste] Brief den ich schikken kann, denn er kann * Wochen lang von mir erzählen, weshalb ich es nicht thue; und mir nur eines nicht nehmen laße, nehmlich die besten Grüße an Ihre liebenswürdige Hausfrau, und die Bitte an Sie nicht ganz zu vergeßen Ihren dankbaren Freund
CMvWeber

Editorial

Summary

wohlwollende Beschwerde, dass Courländer nichts über die Aufführung seiner Werke geschrieben habe; empfiehlt Fürstenau, dem er den Brief mitgibt

Incipit

Wenn Sie gerechter Weise mir zürnen können

Responsibilities

Übertragung
Joachim Veit

Tradition

  • Text Source: Dresden (D), Sächsische Landesbibliothek – Staats– und Universitätsbibliothek Dresden, Musikabteilung (D-Dl)
    Shelf mark: Mscr. Dresd. t 4201

    Physical Description

    • 1 Bl. (2 b. S. einschl. Adr.)

    Provenance

    • List & Franke, Auktion 30. Jan. 1871, Nr. 2775
    • Schulz, O.A., 9.Verz. (1871), S. 16

Text Constitution

  • S“s” overwritten with “S”.
  • “noch”Uncertain transcription.

Commentary

  • “… hiemit bestens anempfohlen haben will”Fürstenau unternahm eine Konzertreise nach Dänemark. Auf der Hinreise gastierte er u. a. am 17. und 20. März 1823 in Schwerin; vgl. H. W. Bärensprung, Versuch einer Geschichte des Theaters in Mecklenburg-Schwerin, Schwerin 1837, S. 290f.
  • “… schikken kann, denn er kann”Textverluste durch Siegelausriss, vor “Wochen” von fremder Hand mit Bleistift ergänzt: noch.

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