Carl Maria von Weber an Karl Theodor Küstner in Leipzig
Dresden, Freitag, 6. Mai 1825

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An den H: Hofrath Küstner in Leipzig.

W:
Hochzu: H: Hofr:

Empfangen Sie meinen besten aufrichtigsten Dank, hochgeehrter Herr Hofrath, für Ihre freundliche Einladung und für alles Schöne und Erfreuliche was sich daraus für mich zu entwikkeln verspricht.

Wie lokkend ist es nicht, unterstüzt von freundlicher Gesinnung der Direktion und talentvoller Mitglieder und der trefflichen Sontag -- Euryanthe der kunstrichtenden Nachbarstadt auch […] durch mein persönliches Mitwirken vermehrten Anlaß zur Nachsicht zu geben. Beklagen daher E Wohlgebohren meinen Unstern der mir versagt alle diese Hoffnungen verwirklicht zu sehen.

Meine Gesundheit ist in einem so erregten Zustande, ich bin ein so fataler Hypochonder und von so unglaublicher Aufgereiztheit, daß man mich hier auf geraume Zeit aller Dienstgeschäfte enthoben hat. Wie unangemeßen würde es daher von meiner Seite sein, mir in der zu meiner Erholung bestimmten Zeit freywillig eine solche Fatigue aufzuladen als der Aufenthalt in Leipzig auch selbst bei dem glüklichsten Erfolg sein würde? ich bin daher meiner Stellung die Rüksicht schuldig meine Vergnügen derselben ihren Forderungen unterzuordnen.

Ich bin überzeugt daß wenn Hochdieselben auch im ersten Augenblikke durch Ihr Wohlwollen für mich bestochen, nicht ganz das Gewicht meiner Gründe hinreichend finden sollten, Sie doch gewiß bei ruhiger Ueberlegung meine Ansichten ehren und billigen werden.

wahrlich ich bin jezt zu nichts gut, als von der Sonne möglichst gebraten und frisch belebt zu werden.

Genehmigen Sie die wiederholten Ausdrükke meines besten Dankes, und glauben Sie mich mit vollkommenster Hochachtung
E Wohlgebohren ergebenster
CMvW:

Editorial

Summary

dankt für Küstners Einladung, seine Oper in Leipzig selbst zu dirigieren, muß aber absagen, da er z.Zt. aus Gesundheitsgründen in Dresden von Dienstgeschäften befreit sei

Incipit

Empfangen Sie meinen besten aufrichtigsten Dank

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Tradition

  • Text Source: Draft: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Shelf mark: Mus. ms. autogr. theor. C. M. v. Weber WFN 6, Mappe XV, Bl. 85v

Text Constitution

  • Sontagadded above.
  • “auch […]”crossed out.
  • “mein”added above.
  • freywillig”added in the margin.
  • “fr”added above.
  • “aufzuladen”added above.
  • “daher”crossed out.
  • “derselben”crossed out.
  • “und billigen”added above.

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