Gottfried Weber to Johann Philipp Samuel Schmidt in Berlin
Darmstadt, Monday, March 24, 1828

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fro O bis Grenze jenseit Altenburg. Weber

S. Wolgeboren

Herrn Hofrathe J. P. Schmitt

in

Berlin

Abzugeben auf der

See-Handlung

Hochverehrtester Herr.

Daß Sie wegen Ihrer Oper nicht müßig bleiben u die Aufführung hier ferner betreiben wollen, ist recht gut, möge es bestens gedeihen. Indeßen ist jetzt wieder ein neuer Umstand nicht günstig eingetreten. Unser Großherzog hat vor 8–10 Tagen wieder einen bedenklichen Anfall von Altersschwäche gehabt, und Summa summarum, es geht ihm eben doch Alles langsamer als sonst, u so kommen immer weniger neue Opern daran, indem Er selbst Alles thut u lenkt u einstudirt u die Proben dirigirt. Ließe er den Capellmster gehn, dann gieng freilich Alles 10 mal so geschwind u wir könnten jährlich 15 neue Opern mehr haben.

Ihr gütiges Erbieten, kurze Nachrichten über dortige bedeutende Musikaufführungen für zur Cäcilia einzusenden und insbesondere über Cherubinis Abencerragen, kann von der Redaction nur mit Danke angenomen werden, da es sich bei Ihnen von selbst versteht, daß Sie wenn auch nicht multa doch multum liefern werden, – ohnedies mögte sich ja wohl über das genannte Cherubinische Werk ein etwas ausführlicherer Artikel lohnen.

Auszüge aus Webers Künstlerleben mögten allerdings, wie Sie richtig bemerken, gleichfalls recht intereßant für die Caecilia sein. Wie wärs, wenn Sie die Auswahl träfen und den Faden zur Aneinander-Reihung spinnen und schreiben wollten? Ich bitte um gefällige Antwort darüber, u ob das Büchlein denn wirklich bereits erschienen ist. Ich wenigstens habe noch Nichts davon gesehen. – Auch ob dem Aufsatze über Abencerragen wirklich entgegengesehen werden kann u wie bald? wäre mir sehr angenehm zu erfahren.

Für Ihre Güte, die mir von der Akademie wiederfahrne Aufmerksamkeit durch die Zeitung bekannt zu machen, bin ich Ihnen sehr verbindlichen Dank schuldig. Die Sache selbst hat mich wirklich gefreut, u so kann es mir auch nicht anders als erfreulich sein, sie bekannt gemacht zzu sehen.

Ihre gütige Absicht, das Arrangement des herrlichen Beethovenschen Quintetts mir zu dediciren, ist mir als Beweis Ihrer Gewogenheit, höchst schätzbar, u schon darum bin ich Ihnen dafür äußerst verbunden. Die Ausführung der Idee bitte ich Sie lediglich davon abhängen zu laßen, ob Ihnen bis dahin nicht ein andrer Würdigerer etwa ein Mäzen oder ein achtbarer Kunstfreund beifällt, für den eine solche Ehrenbezeigung am Ende mehr gemacht ist, als für unsersgleichen Arbeitsbienen im Weinberge der Kunst. Jedenfalls empfangen Sie hiermit gleich jetzt meinen herzlichen Dank, sei es für die Idee, sei es für deren Realisierung. Vergelten kann ich nicht, da ich schwerlich mehr Etwas werde stechen laßen.

Genehmigen Sie, hochverehrtester Herr den Ausdruck meiner freundschaftlichen Hochachtung Weber

Editorial

Summary

die geplante Aufführung von Schmidts Oper in DA könne sich durch die Krankheit des Großherzogs verzögern; nimmt gerne einen Artikel über Cherubinis Oper in Berlin u. wäre bereit eine Auswahl aus Webers TKL in der Caecilia zu veröffentlichen; dankt für die Dedikation seines Arrangements von Beethovens Quintett

Incipit

Daß Sie wegen Ihrer Oper nicht müßig bleiben

Responsibilities

Übertragung
Eveline Bartlitz

Tradition

  • Text Source: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Shelf mark: Mus. ep. Gottfried Weber 6

    Physical Description

    • 1 DBl. (4 b.S. einschl. Adr.)
    • Siegelrest und -loch
    • PSt: DARMSTADT 26 MRT 182; [Rundst.:] 30 N I 3

Text Constitution

  • “für”crossed out.

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