Carl August Böttiger an Heinrich Blümner in Leipzig
Dresden, Samstag, 12. Januar 1822

S: Hochwohlgeb.

dem Herrn Oberhofgerichtsrath

D. Blümner

in

Leipzig

frei

Mein innig verehrter Freund!

[…] Ich beantworte eiligst Ihre Anfrage wegen des Freischütz. Er sollte d. 17t seyn. Aber Helwig, der die Regie-Pflichten dabei verwaltet, reiset auf 8 Tage nach Annaberg, um dort seine Schwiegermutter zu begraben und zu beerben, zum großen Verdruß seines Mitregisseurs und Webers. Auch treten viele andere Proben dazwischen. So wird er den 24t d. M. wohl ohnfehlbar zum erstenmal auftreten.* Es muß auch die Teufelsmaske (im Gluthfeuer das Gesicht Samiels erleuchtend) und die Eule, der Automat aus Berlin kommen! Weber wird gleich nach der Aufführung zur Theaterschau auf 14 Tage nach Wien reisen, wo seine für Barbaja zu fertigende romantische Heldenoper* noch zu Michaelis erscheinen soll […]

Unwandelbar treu Ihr
B.

Apparat

Zusammenfassung

erläutert die Gründe für die Verschiebung der Freischütz-Premiere und berichtet über Dresdner Theateraufführungen; besonders über Friederike Schirmer, die, wenn sie eingeladen würde, gern in Leipzig zu Ostern Gastrollen geben würde und spricht den Wunsch aus, ihn spielen zu sehen

Incipit

[griechisches Zitat] zum neuen Jahr! Ihr lieber Brief war mir, wie immer, eine Neujahrsgabe.

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz

Überlieferung

Textzeuge

Leipzig (D), Stadtgeschichtliches Museum, Bibliothek (D-LEsm)
Signatur: A/2012/127

Quellenbeschreibung

  • 1 DBl. (4 beschr. S. einschl. Adr.)

Textkonstitution

    Einzelstellenerläuterung

    • "… wohl ohnfehlbar zum erstenmal auftreten.": Die Dresdner EA des Freischütz war am 26. Januar 1822.
    • "… Barbaja zu fertigende romantische Heldenoper": Gemeint ist Euryanthe.

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