Carl Maria von Weber an Seraphine von Bloksberg
Darmstadt, 8. Januar 1811

An

Fräulein Seraphine von Bloksberg.

Hochwohlgebohren

zu

durch Güte.

Die Rezension über das Museum in dem Giustos Cantate aufgeführt wurde, komt durch Philodikaj in den Freymüthigen.*

Abschrift des lezten Dekrets wünsche ich, weil ich mich nicht mehr genau errinnere in welchen Zeitungen es vertheilt war.

Will Giusto den 1t Ton und das Quartett* übernehmen, oder d: 1t Ton allein?

Die Museums Rezension* geht überMorgen ab, wo sodann gleich Copia eingesandt wird.

Giusto wird errinert darauf zu sehen, daß der unknown Man seine Trias Rezension* binnen dem vorgeschriebenen Zeitraum mache und absende.

Trias meldet von Wien, daß durch die dortigen Blätter, nur wenig zu wirken wäre, da die patriotischen Blätter,* nur auf Innländer sich beziehende Sachen, oder was in der Monarchie selbst gewirkt oder geschrieben wird, aufnehmen. außerdem ist kein paßendes Blatt da. aber die ausländischen Zeitungen würden viel gelesen, und ersezten dieses hinlänglich. desto beßer für den Verein.

Melos wird Trias beauftragen,* diejenigen Blätter zu nennen, die am häufigsten in Wien gelesen werden.

Beharrlichkeit! Melos.

Apparat

Zusammenfassung

über verschiedene Rezensionen und Gänsbachers Bericht über das Wiener Zeitungswesen

Incipit

Die Rezension über das Museum in dem Giustos Cantate aufgeführt wurde

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. New Haven (US), Yale University, Beinecke Rare Book and Manuscript Library (US-NHub), Frederick R. Koch Foundation

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.)
    • als Beilage zu Br. A040369

    Provenienz

Einzelstellenerläuterung

  • „Rezension über das … den Freymüthigen .“Der Freimüthige oder Unterhaltungsblatt für gebildete unbefangene Leser enthält im Jg. 1811 jedoch keinen Bericht über das Konzert am 31. Dezember 1810 im Mannheimer Museum, in dem eine Kantate von Gottfried Weber aufgeführt wurde (vgl. TB 31. Dezember). Um welches Werk es sich dabei handelte, bleibt unklar. Arno Lemke, Jacob Gottfried Weber, Leben und Werk. Ein Beitrag zur Musikgeschichte des mittelrheinischen Raumes, Mainz 1968 (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte, Bd. 9) erwähnt S. 60–61 zwei Kantaten zum Empfange Ludewigs I. bzw. der Großherzogin Stephanie. Die Belegstelle in Philipp Webers Chronik Unsere Familie, Frankfurt 1920, S. 36 betrifft jedoch nur das zweite Werk, das erst am 4. November 1816 in Mainz aufgeführt wurde. Carl Maria spricht in seinem TB von einer Cantate zur Feyer des Museums [gibt es im Reiss-Museum einen Konzertzettel zum 31. Dezember 1810 mit Titeln???, ist im Mannheimer IB etwas zu Ludewig in Mannheim erwähnt??].
  • „1t Ton und das Quartett“Eine Rezension Gottfried Webers zu Der erste Ton (JV 58) war bisher nicht zu ermitteln. Dagegen wurde das Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello B-Dur (JV 76) von ihm besprochen in der Zeitung für die elegante Welt, Jg. 12, Nr. 121 (18. Juni 1812), Sp. 967–968 (gez. S. v. Bl.), vgl. Dok. Br. 1812-gottfried-13.
  • „Museums Rezension“Meint Weber nochmals die in Z. 3 angesprochene Rezension??
  • „seine Trias Rezension“Gemeint sein muß die Rezension eines Werkes von Gänsbacher durch Alexander von Dusch, wie obiges auch im Freimüthigen???
  • „Trias meldet von … patriotischen Blätter ,“Diese Mitteilung stand wohl in Gänsbachers Brief vom 12. Dezember 1811, vgl. Brief an Johann Baptist Gänsbacher vom 13. Januar 1811. In der Zeitung für die elegante Welt, Jg. 11, Nr. 51 (12. März 1811), Sp. 401–404 erschien ein mit – n – gezeichneter Artikel Einige literarische Nachrichten aus Oesterreich, in dem folgende Zeitungen genannt sind: Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes, Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat, Der junge Eipeldauer, Der Sammler und Thalia. Ob der Artikel aus der Feder Gänsbachers stammt, ließ sich bislang nicht nachweisen.
  • „Melos wird Trias beauftragen,“gl. Brief an Johann Baptist Gänsbacher vom 13. Januar 1811: Im TB vom 8. Januar ist ein Brief an Weber und Giusto, d. h. an Gottfried Weber als Privatmann und als Vereinsmitglied vermerkt. Gottfried unterschreibt auch in einem späteren Brief als Seraphine von Bloksberg (vgl. seine Nachschrift zu Brief an Johann Baptist Gänsbacher vom 27. Februar 1811). Dieses Pseudonym hat er auch später noch benutzt, vgl. z. B. die in Z. 7■K angegebene Rezension oder seinen Bericht über Darmstadt, Mannheim und Heidelberg in der Wiener allgemeinen musikalischen Zeitung Nr. 38 vom 22. September 1813, der mit: S. v. Bl-g. gezeichnet ist.

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