Carl Maria von Weber an Karl Adam Bader in Bamberg
Prag, 11. Dezember 1811

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S: Wohlgebohren

dem Tenorsänger Herrn

Bader zuMitglied des

Theaters

zu

Bamberg.

Sollte H: Bader [ge]genwärtig in Würzburg seyn, so bittet man diesen Brief dahin zu senden.

Das Vergnügen welches mir Ihr schöner Gesang im Opferfest*, während meiner Durchreisse durch Bamberg d: 3t März gemacht hat, war mir immer noch zu unvergeßlich als daß ich nicht bey jeder Frage nach einem braven Tenoristen an Sie hätte denken sollen. H: Direktor Liebich wünscht das Vergnügen zu haben, Sie Gastrollen auf seiner Bühne geben zu sehen, und da ich ihm von Ihnen sprach, so übertrug er mir das angenehme Geschäft Ihnen beyliegenden Brief* zu übersenden. Sie werden an ihm einen geraden biedern Mann finden, der von seinen Schauspielern sowohl als vom Publikum allgemein geliebt ist. man ist so oft in dem Fall, besonders der Künstler, zur weiteren Bildung eine Reise zu unternehmen, daß ich glaubte Ihnen mit diesem Antrag nicht unangenehm zu kommen. Meinem Freund H: Bode bitte mich sehr zu empfehlen, und ich hätte schon längst auf ein paar Zeilen seiner Hand mit Sehnsucht gewartet.

indem ich Sie bitte H: Liebich bald zu antworten, habe ich die Ehre zu
seyn, mit aller Achtung
E: Wohlgebohrenergebener Diener
Carl Marie von Weber.

Wollen Sie mich mit einer Antwort* beehren, so bitte ich Ihren Brief nach DresdenPost restant zu senden.

Apparat

Zusammenfassung

übersendet Brief Liebichs mit durch Weber vermitteltem Gastrollen-Angebot

Incipit

Das Vergnügen, welches mir Ihr schöner Gesang im Opferfest

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Cambridge (GB), Fitzwilliam Museum (GB-Cfm)

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b.S. einschl. Adr.)

Textkonstitution

  • „zu“überschrieben.

Einzelstellenerläuterung

  • „Ihr schöner Gesang im Opferfest“Weber hatte am 3. März 1811 in Bamberg eine Probe und die Aufführung von Peter Winters Oper Das unterbrochene Opferfest besucht und in seinem Tagebuch den Tenoristen Bader ausdrücklich erwähnt.
  • „beyliegenden Brief“Brief von Liebich an Bader; vgl. dazu TB 7. Dezember; Brief nicht ermittelt.
  • „einer Antwort“Im TB ist weder während des kurzen Besuches in Dresden vom 24. bis 26. Dezember 1811 noch im Februar 1812 ein Brief Baders verzeichnet.

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