Carl Maria von Weber an Karl Graf von Brühl in Berlin
Prag, Freitag, 5. Januar 1816

Hochgeborener Herr Graf!

Ihr verehrtes Schreiben vom 29t Xbr habe ich soeben zu erhalten das Vergnügen gehabt, u. eile vor Abgang der Post, Ihrem Verlangen gemäß nicht zu versäumen, - in kurzen Worten zu sagen, daß Sie als Mann von Kopf u. Herz am besten wissen werden, meine Verhältnisse so zu stellen, daß sie uns beiderseitig zur Zufriedenheit u. Ehre gereichen können. Der Maasstab, glaube ich, liegt ganz nahe, da ich weit entfernt bin, mich über meine Kollegen erheben zu wollen, aber auch nicht wohl in irgend einer Hinsicht ihnen untergeordnet sein möchte. Diese Ansicht, hoffe ich, werden Sie mir gewiß nicht verargen, zumal da ich gern ruhig lebe u. aus vielfältiger Erfahrung weis, wie unangenehm es später dem Bittenden u. dem Vorgesetzten ist, immer an Verbesserung der Lage des ersteren zu denken.

Das wichtigste wäre mir vor allem eine genaue Bestimmung des Geschäftsganges, da ich wohl Kraft u. Mut genug habe, mit Ausdauer für das Gute rücksichtslos zu wirken, aber auch gerne |: soviel als nämlich möglich ist :| vor Störungen u. Kreuzungen verwahrt sein möchte.      Die Hoffnung zu einer Urlaubs Reise nach Italien, späterhin, oder vorher, wünsche ich auch mit Bestimmtheit hegen zu können, u. somit hätte ich denn in der Eile, zu der mich der Abgang der Post u. die Anwesenheit Fränzels aus München, der bei mir wohnt u. dessen Angelegenheiten ich besorge für sein Conzert, [zwingen], meine Wünsche u. Bitten Ihren gütigen Händen anvertraut u. erwarte Ihre weiteren gefälligen Äußerungen darüber, indessen auch ich ruhiger dann u. klarer als jetzt manches würde auseinander setzen würde können.

Mit der vollkommensten Hochachtung Euer Hochgeboren
ergebenster Freund u. Diener
C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

betr. Verhandlungen über Webers Anstellung in Berlin; äußert seine Vorstellungen in Bezug auf eine Tätigkeit dort;

Incipit

Ihr verehrtes Schreiben vom 29. Dezember habe ich

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Verbleib unbekannt

Überlieferung

  • Schneider/Tutzing Kat. 199 (1976), Nr. 369
  • Schneider/Tutzing Kat. 170 (1972), Nr. 370
  • Stuttgarter AM 9 (1970), Firma Schneider/Tutzing, S. 73
  • Schneider/Tutzing Kat. 136 (1968), Nr. 611
Weitere Textquellen
  • Kaiser (Brühl), S. 7–8

Textzeuge

Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (D-B)
Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 3, S. 5f.

Quellenbeschreibung

  • Abschrift Ida Jähns

Textkonstitution

  • "würde": Hinzufügung.
  • "würde": durchgestrichen.

Einzelstellenerläuterung

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