Carl Maria von Weber an Franz Anton Graf Kolowrat in Prag (Entwurf)
Prag, Sonntag, 7. April 1816

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An S. Exzellenz den Grafen Franz Anton Kollowrath

Liebsteinsky. K. K. wirklicher Geheim Rath und

Kämmerer, Oberstburggraf zu Prag. Groskanzler

des oester. Leopolds Ordens und and. m.

nebst Uebersendung der Partitur der Kantate für

S. Majestät den ErbKaiser von Oesterreich.

gütigenΔ Erlaubniß gemäß, unterstehe ich mich Hochdenenselben die Partitur meiner Kantate Kampf und Sieg zu übersenden, indem ich um Ihr vielgeltendes Vorwort bey S. Majestät unserm allergnädigsten Kaiser für huldvolle Aufnahme dieser Arbeit mit jener vertrauungsvollen Hoffnung bitte, die noch nie bey E. Exzellenz sich getäuscht fand, wenn sie auf thätige Beförderung und Unterstüzzung in Kunst und Wißenschaftlicher Hinsicht baute.

Da mich meine Dienstverhältniße so oft in die frohe Berührung mit E. Exzellenz sezten, die mich Hochderoselben trefliche Geistvolle Ansichten des Eingreiffens der Kunst ins Leben, bewundern ließen, und deren aufmunternder Beyfall meistens durch zu dem was ich bisher auf den Geist des Publikums zu wirken im Stande war, befeuerte, so darf ich hoffen, daß Ihre Exzellenz den schönen Wunsch, den Stolz des Künstlers mein Streben bis unter die Augen unsers huldvollsten Monarchen gelangen zu laßen, mit Ihrer gewohnten Freundlichkeit und Güte befördern werden.

Zugleich bemerke ich, daß ich nur eines Winkes E: Exzellenz zu gelegener Zeit harre, diese Kantate zu irgend einem wohlthätigen Zwek aufzuführen, da sicher schon damals wo ich der erste war, der für nach der Schlacht bey Kulm, die Kunst zur Vermittlerin und zum Leitstern der Wohlthätigkeit machte, die Zufriedenheit einer hohen Landesstelle, mich erfreulichst belohnte*.

Genehmigen E. Exzellenz die Gefühle der tiefsten Verehrung und Hochachtung mit denen ich zu sein die Ehre habe E: Excellenz
des hochgebohrenen Herrn Grafen
unterthäniger Diener
Carl Maria von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

übersendet ihm die Partitur zu Kampf u. Sieg für den Kaiser; bittet ihn, das Werk mit entsprechender Empfehlung dem Kaiser zu übergeben

Incipit

E. Exzellenz gütigen Erlaubniß gemäß, unterstehe

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung in 2 Textzeugen

  • 1. Textzeuge: Entwurf: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II A f 3, 21γ, S. 95
  • 2. Textzeuge: Paul Krasnopolski, Prager Noten über Weber, in: Der Auftakt. Moderne Musikblätter, Jg. 11, H. 2 (1931), S. 48–54, Brief auf S. 53

Textkonstitution

Der Erstveröffentlichung von 1931 lag offenbar der von Weber versandte Brief zugrunde, der allerdings (abgesehen vom Schluss) kaum vom Entwurfstext abweicht; daher wurde als Hauptquelle für die Briefwiedergabe der authentischere Entwurf gewählt. Lediglich der im Entwurf fehlende Schluss folgt der Erstpublikation.

  • „Franz Anton“über der Zeile hinzugefügt
  • „auf thätige“über der Zeile hinzugefügt
  • „sezten“über der Zeile hinzugefügt
  • „durch“durchgestrichen
  • „zu dem“über der Zeile hinzugefügt
  • Wunsch, den Stolz des Künstlers„Wunsch“ durchgestrichen und ersetzt mit „Wunsch, den Stolz des Künstlers
  • „sicher“durchgestrichen
  • „für“durchgestrichen
  • „zum“über der Zeile hinzugefügt
  • „… “Der letzte Abschnitt ist nicht im Entwurf vorhanden, sondern wurde nach dem ED übernommen.

Einzelstellenerläuterung

  • „… hohen Landesstelle, mich erfreulichst belohnte“Weber meint sein Konzert nach der Schlacht bei Kulm vom 29./30. August 1813, das er am 14. September zum Besten der verwundeten Krieger im Prager Redoutensaal gab.

Lesarten

  • Textzeuge 1: gütigen
    Textzeuge 2: Gnädigen

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