Carl Maria von Weber an Karl Graf von Brühl in Berlin
Dresden, Donnerstag, 29. Januar 1818

Ew. Hochgeboren

Schreiben vom 12t huj. habe ich zu erhalten die Ehre gehabt, u. lege in Folge dessen eine quittirte Rechnung über 10 Stück Fried.dor freundlichst dankend bei*.

Auch ich bin von Geschäften aller Art fast erdrückt, da die Abwesenheit Morlacchi’s mir auch einen Theil der ital. Oper auf den Hals gewälzt hat. Meine Reise* hat mich neuerdings von dem traurigen Zustande aller Theater überzeugt u. dem Mangel von nur brauchbaren Subjekten. Es ist traurig, – besonders für Einen, der erst eine Oper schaffen soll.

Die eigenen Arbeiten liegen auch sehr, wenn der Geist von den täglichen Schaarwerken* ermattet ist.

Nun, der Himmel wird ja auch weiter helfen, u. Geduld und Kräfte schenken.

Mit der vollkommensten Hochachtung Ew. Hochgeboren treu ergebener Freund und Diener C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

bestätigt Eingang von 10 Frdor; Klage: Überlastung durch Abwesenheit Morlacchis u. Mangel an brauchbaren Kräften für die dt. Oper;

Incipit

"Ew. Hochgeboren Schreiben vom 12. huj. habe ich zu erhalten …"

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 11, S. 11-12

Quellenbeschreibung

  • Abschrift von Ida Jähns
Weitere Textquellen
  • Brühl, S. 15–16 (Nr. 13);

Textkonstitution

    Einzelstellenerläuterung

    • "… Stück Fried.dor freundlichst dankend bei": Das Honorar für seine Komposition zu Yngurd erhielt Weber lt. TB am 17. März 1818.
    • "… Hals gewälzt hat. Meine Reise": Hochzeitsreise Ende 1817
    • "… Geist von den täglichen Schaarwerken": Frondienst (Grimmsches Wörterbuch)

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