Carl Maria von Weber an Johann Friedrich Rochlitz in Leipzig
Hosterwitz, Freitag, 16. Juli 1819

S. Wohlgebohren

dem Herrn Hofrathe

Fried: Rochlitz.

zu

Leipzig.

[…]

Die Einladung in Ihr Sorgen Frey in Konnewitz, hat mich, ich kann wohl sagen wahrhaft gerührt mein theurer Freund. ich weiß was es sagen will, Jemand um sich haben zu wollen, und erkenne mit dankbarer Freude daraus die Stelle die Sie mir in Ihrem Herzen einräumen. ich drükke Sie dafür in Gedanken innigst an das Meine; und sage aufgeschoben ist nicht aufgehoben. bis jetzt war ich wirklich noch krank. jetzt brauche ich Bäder, und dann winkt mir mit Macht wieder die verwaißte Oper in Dresden, also dieses Jahr möchte ich wohl nicht mehr der Freude genießen Ihrem lieben Rufe zu folgen, ob Ihnen aber künftigen Sommer nicht eine Einquartirung auf mehrere Tage droht, davon mögen Sie sich dann die Folgen selbst zuschreiben

Die Entfernung des Gutschmids. Hauses von Dresden, thut mir recht leid. wir haben uns zwar nicht so oft gesehen als ich es wünschte, |: das lag aber nicht an beyden Partheyen [:|] dafür war es mir aber auch immer, der eigenen Lieblichk[eit] und Herzlichkeit ohngerechnet, – ein so schönes Fest d[er E]rrinnerung an die fernen Lieben.

Doch nun mahnt mich mein Kopf für heute zu schließen, Nächstens ein mehreres über meine vorhabende Arbeit, pp*.      Die besten Grüße von meiner Frau an Sie und die Ihrige. Gott erhalte Sie gesund und heiter.
Mit treuster Liebe und Achtung wie immer Ihr
Weber.

Apparat

Zusammenfassung

dankt für Rochlitz' Einladung auf dessen Landsitz, die er in diesem Jahr leider nicht mehr wahrnehmen könne; bisher sei er zu krank gewesen, jetzt brauche er Bäder und anschließend müsse er sich dringend der verwaisten Dresdener Oper annehmen; erwähnt Entfernung der Gutschmidts aus Dresden; will ihm demnächst über seine vorhabende Arbeit berichten

Incipit

Die Einladung in Ihr Sorgen Frey in Konnewitz hat mich

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Dresden (D), Städtische Museen, Schriftgutsammlung
    Signatur: SMD SD 2010_00010

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S. einschl. Adresse); Beginn abgeschnitten
    • PSt.: DRESDEN | 17. Jul. 19
    • neben der Adresse: "44."
    • unter dem Brief Vermerk von Rochlitz: "Freyherr Carl Maria von Weber | königl. sächßℓ. Kapellmeister in Dresden."

    Provenienz

    • Stargardt Kat. 685 (21./22. November 2006), Nr. 967
    • ebd. Kat. 601 (1973), Nr. 836
    • ebd., Kat. 593 (1970), Nr. 711
    • Sotheby (12. Nov. 1963), Nr. 165
    • Liepmannssohn, Verst. 41 (27.-29. März 1913), Nr. 2277
    • ebd., Kat. 174, Nr. 2206
    • ebd., Kat. 163, Nr. 861
    • Cohen, Friedrich: Lagerkat. 98 (1900), Nr. 1439
    • Liepmannssohn, 18. Okt. 1895, Nr. 1238
    • Roos, C.F. (Amsterdam): Cat. de lettres autographes (6. Nov. 1867), Nr. 1131

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
      Signatur: Weberiana Cl. II B, S. 569–570, Nr. 14

Textkonstitution

  • Unleserliche Stelle

Einzelstellenerläuterung

  • „… über meine vorhabende Arbeit, pp“In seiner Abschrift (vgl. Weberiana Cl. II B, S. 569–570, Nr. 14) merkte Jähns an der Stelle an: „* (der Freischütz)“.

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