Carl Ludwig Wilhelm Baermann an Friedrich Wilhelm Jähns
München, Dienstag, 19. März 1872

Lieber beßter Freund!

Heute nur ein paar Zeilen, mit welchen ich Ihnen das gewünschte übersende.

Nro 1 ist das Gedicht welches auf der Adresse stand welche Metzkopp von der kgl. Hofmusik (: musikalischen Accademie :) erhielt*. Nro2 steht auf den Pockal eingegraben, welchen ihn das Chor-Personal verehrte, und auf welchen sich auch der Irrthum (500mal) befindet. Da ich glaubte daß es Ihnen Freude machen wird, ließ ich die Verse von Metzkopp selbst schreiben, sie haben hiermit eine nette historische Autographie. Warum das Jubiläum von Metzkopp schon vor dem eigentlichen 50jährigen Freischütz-Jubiläum (: 15t April:) [gefeiert wurde] hat seinen Grund, daß es nicht recht schicklich gewesen wäre, das Jubiläum des großen Meisters mit dem von Metzkopp zu vereinen, und es ist ein höchst verzeihlich menschliches Gefühl, da es sich nur um ein paar Wochen handelte, daßelbe dem großen Jubiläums-Tag vorausgehen zu laßen, und umso begreiflicher wenn man das Alter von Metzkopp bedenkt, obwohl er noch ganz rüstig ist.

Mit herzlichsten Gruß
Ihr
alter Freund
Carl Baermann

Entschuldigen Sie die Kürze ich bin aber so abgemattet von einer 9stündige[n] Wallküren Probe daß ich die Ärme kaum halten kann*.

an Lienau hab ich vor einigen Tagen ein Packet geschickt, danke bestens.

Apparat

Zusammenfassung

Auf Bitte von Jähns übersendet B. Abschrift von dem Gedicht auf Adam Metzkopp (Weberiana Mappe XIX. Cl. V. 5.A. 3. 42c) und erklärt, weshalb Metzkopps Jubiläum vorgezogen worden ist

Incipit

Heute nur ein paar Zeilen , mich welchen ich Ihnen das gewünschte übersende

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  1. Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. V. A. [Mappe XIX] Abt. 5A, Nr. 42.b.

    Quellenbeschreibung

    • 1 Bl. (2 b. S. o. Adr.)
    • Das Datum ist von Jähns auf der Rectoseite oben rechts ergänzt: München. 19. 3. 72.

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Eveline Bartlitz, „Ich habe das Schicksal stets lange Briefe zu schreiben ...“. Der Brief-Nachlaß von Friedrich Wilhelm Jähns in der Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Die Briefe Carl Baermanns an Friedrich Wilhelm Jähns, in: Weberiana. Mitteilungen der Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft e. V., Heft 8 (1999), S. 5–47

Einzelstellenerläuterung

  • „… (:  musikalischen Accademie :) erhielt“D-B, Weberiana Cl. V [Mappe XIX], Abt. 5 A, Nr. 42 c.; Jähns hat dieses Gedicht und die Geschichte dazu veröffentlicht unter dem Titel: Ein Freischütz-Curiosum, in: Berliner Musikzeitung Echo, Jg. 22, Beilage zu Nr. 15 (1872), S. 60.
  • „… die Ärme kaum halten kann“Die Aufführung der Walküre fand unter der Regie von Franz Grandaur am 12. März 1872 am Kgl. Hof- und Nationaltheater München statt (München, Bayer. HSA, Staatstheater, Hof- u. Nationaltheater 1872, Theaterzettel Fiche 3+); nach frdl. Recherche von Herrn Werner Krahl, Neugersdorf.

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