Friedrich Wilhelm Jähns an unbekannten Herrn (Kritiker?) in Berlin
Berlin, Montag, 2. April 1860

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Sehr geehrter Herr,

Wenn ich gestern bei Ihrer gütigen Anfrage wegen der beiden Solosängerinnen bei der Spohr-Feier Ihnen möglicherweise keine ganz genügende Antwort gab, so wollen Sie es gütigst dem Momente zuschreiben, der sehr zerstreuend auf mich wirken mußte.

Aus diesem Grunde bitte ich also mir erlauben zu wollen, die Details über die Solosingenden nachträglich Ihnen hiemit geben zu dürfen, nicht etwa: damit Sie, sehr geehrter Herr, der einzelnen Sänger besonders erwähnen möchten, sondern nur, um Ihnen gegenüber festzustellen, welche von den Solosängern meine Schüler und wie weit sie dies waren, wenn Sie etwa dessen zu erwähnen die Güte haben wollten.

Die beiden Damen sind seit Jahren meine Schülerinnen. Der Baß ist ein junger, talentvoller Student, der eben promovirt. Ich habe ihm 6–8 Stunden gegeben, um ihn für die gestrige Leistung zu befähigen, da ich wohl musicalischen Sinn und eine gewisse Routine, aber durchaus unedle Aussprache und noch weniger Vortrag vorfand. – Der Herr, dem die Parthie ursprünglich übertragen war, sagte mir Krankheitshalber ab, und so hat der gestrige Baßist für die schnelle Einstudirung, glaube ich, recht Hübsches geleistet. – Der Tenor war H: Schütz.

Verzeihen Sie diese weitläufige Auseinandersetzung, die ich Ihnen jedoch, geehrter Herr, schuldig zu sein glaubte, der ich die Ehre habe zu sein Ew. Hochwohlgeboren
ganz ergebenster
F. W. Jähns

Apparat

Zusammenfassung

gibt Erläuterungen zu den Solisten, die bei der gestrigen Spohr-Feier aufgetreten sind und zu seinem Schüler-Kreis gehören

Incipit

Wenn ich gestern bei Ihrer gütigen Anfrage wegen der beiden Solosängerinnen

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Hamburg (D), Universität Hamburg, Zentrum für Theaterforschung, Theatersammlung (D-Hth)
    Signatur: Mappe 10

    Quellenbeschreibung

    • 1 Dbl. (2 b. S. o. Adr.)

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