Carl Maria von Weber an Carl Graf von Brühl in Berlin
Prag, Freitag, 10. Mai 1816

Hochgeborner Herr Graf!

Hochzuverehrendster Herr GeneralIntendant!

Ich beeile mich Hochdenenselben den Empfang Ihres gütigen Schreibens vom 25t April u. zugleich die auf die huldvollste Weise ausgesprochene Gnade Sr. Majestät des Königs bei Übersendung einer goldenen Medaille für meine Kantate, anzuzeigen. In Hinsicht meiner Reise nach Berlin hatte mich des Königs Majestät an Hochdieselben gewiesen, wo ich schon die freundlichsten Äußerungen darüber von Ihnen erhalten hatte. Ich hoffe, den 9. oder 10. in Berlin einzutreffen. Ob vorläufige Ankündigungen für die Sache gut u. nothwendig sein werden, überlasse ich ganz Ihrer besseren Einsicht.

Für Besetzung der Soloparthien wird nach meiner Ankunft noch Zeit genug sein, u. in dieser wie in Rüksicht der starken u. würdigen Orchester- und Chor-Besetzung verlasse ich mich ganz auf die Unterstützung u. Anordnung der hohen General-Intendantur, da es keine Privatsache, sondern für das allgemeine Wohl auch ist, obwohl ich vielleicht den schönsten Genuß von einer gewiß trefflichen Aufführung haben werde.

Schließlich erbitte ich mir Ew. Hochgeboren Rath, ob ich schriftlich Sr. Majestät meinen Dank aussprechen, oder warten soll, bis ich ihn persönlich zu seinen Füßen legen kann.

Ich freue mich sehr auf den Augenblick, wo ich alles in der Nähe sehen werde, da ich das vorige Unwesen kannte, was Ihr reger Eifer u. hoher Kunstsinn gewirkt hat.      Bis dahin genehmigen Sie die Versicherungen meiner ausgezeichnetsten Verehrung u. Hochachtung mit der ich zu sein die Ehre habe   Ew. Hochgeboren
ergebenster
C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

teilt mit, dass er vom König eine goldene Medaille für die Sieges-Kantate erhalten habe; betr. Aufführung der Kantate in Berlin, wo er am 9. oder 10. Juni einzutreffen hofft

Incipit

Ich beeile mich, Hochdenenselben den Empfang Ihres

Generalvermerk

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz, Joachim Veit

Überlieferung

Textzeuge

In Privatbesitz

Weitere Textquellen
  • Brühl, S. 9–10

Textzeuge

Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (D-B)
Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 5, S. 7–8

Quellenbeschreibung

  • Kopie von Ida Jähns

Textkonstitution

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