Carl Maria von Weber an Carl Graf von Brühl in Berlin
Dresden, Freitag, 25. April 1817

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Ew. Hochgeboren

verehrtem Schreiben vom 18. huj. zufolge habe ich das Vergnügen, Hochdenenselben die zu dem Trauerspiel „Yngurd“ notwendige Musik nebst der passenden Ouvertüre zu übersenden. Sie hat hier ihre Wirkung nicht verfehlt und wird es hoffentlich in Berlin mit der noch stärkeren Besetzung auch tun. Indem ich die Zahl der Hörner, Fagotte usw. beisetzte, wollte ich damit nur das Verhältnis bestimmen, und sie können zur größeren Wirkung füglich verdoppelt und verdreifacht werden. Die Klappen-Flügel-Hörner habe ich nicht speziell benutzt, da Sie wohl die Güte hatten, mir den Skala zu senden, aber ohne Bemerkung, in welchem Ton sie stehen*.

Ganz passende Entre-Acts dazu zu schreiben fehlte es mir an Zeit und – Lust. Ich wünsche Herrn Musikfeind MüllnersYngurd“ ein langes Leben auf der deutschen Bühne. – – – Die erste Vorstellung dauerte hier von 6 bis beinahe ½ 11 Uhr*. Immer genug. Das Publikum hielt ruhig und aufmerksam aus, beklatschte auch manche Kraft- und Wahnsinnsstellen.

Die Darstellung geschah mit großem Fleiß und Lust und war wirklich gelungen zu nennen.

Die Bestimmung des Honorars überlasse ich gänzlich Ew. Hochgeboren.

Genehmigen Sie die Gefühle der herzlichsten Hochachtung und freundschaftlichen Verehrung, mit welchen ich zu sein die Ehre habe des hochgeborenen Herrn Grafen ergebenster C. M. von Weber.

Apparat

Zusammenfassung

Begleitschreiben zur Sendung der Musik zu Yngurd; berichtet vom Erfolg der Aufführung von Yngurd in Dresden; die Besetzung der Bläser betreffend

Incipit

Ew. Hochgeboren verehrtem Schreiben vom 18. huj. zufolge

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II B, 1. a., Nr. 9, S. 10–11

    Quellenbeschreibung

    • Kopie von Ida Jähns

    Provenienz

    • Henrici Kat. 63 (9. Okt. 1920), Nr. 126

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Brühl, S. 12

    Einzelstellenerläuterung

    • „… in welchem Ton sie stehen“Zur ursprünglich geplanten Benutzung der in Berlin neu angeschafften Klappen-Flügel-Hörner vgl. den Kommentar zum Brief vom 16. Februar 1817.
    • „… bis beinahe ½ 11 Uhr“Zur Dresdner Erstaufführung vgl. den Bericht in der Abend-Zeitung vom 18. bis 24. April 1817.

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