Carl Maria von Weber an Friedrich Kind
Hosterwitz, Mittwoch, 5. August 1818

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Geliebter Freund!

Das aus Ihrem Gedicht schmelzen*, bezieht sich auf meine Meinung, daß man eigentlich nicht recht weiß was u. wie man es will*; ich theile ganz Ihre Ansichten über die Sache. Kann natürlich nicht wohl ausweichen, wenn mir ein anderer Vorwurf gegeben wird, werde aber Ihre Cantate auf jeden Fall componiren und aufführen, als selbstständiges Huldigungs-Zeichen unseres erhabenen Monarchen, oder sollte es dazu nicht kommen können, es stechen lassen, worüber ich heute noch an Peters in Leipzig u. Rochlitz schreiben will; man könnte sie ja an mehreren Orten Sachsens zugleich aufführen. – Ich bin froh, daß Sie bald wieder zurück zu kommen gedenken. Mir geht es auf jeden Fall schlimm, denn es scheint auch im Theater nun etwas projektirt zu werden, ein paar Tableaux u. s. w. Es wird eine Wonne sein, wie alles auf den letzten Augenblick verschoben u. gejagt werden wird. – Dienst-Verhältnisse – das ist nun nicht anders.*

Treffen Sie diese Zeilen bei unserem geachteten Göschen, so grüßen Sie ihn aufs herzlichste von mir.
Meine Frau ruft Ihnen freundlichst zu, u. ich bin immer u. immer in Liebe Ihr
Weber.

Apparat

Zusammenfassung

betrifft Textumarbeitung von Kinds Jubelkantate; Weber hofft auf Druck u. Verbreitung des Werkes

Incipit

Das aus Ihrem Gedichteschmelzen bezieht sich

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung in 2 Textzeugen

  • 1. Textzeuge: Verbleib unbekannt

    Provenienz

    • Henrici Kat. 114 (6./7. Dez. 1926), Nr. 596 (= Slg. Heyer I)
    • Liepmannssohn, Kat. 36 (17.-20.Nov. 1906), Nr. 1316
    • Cohen, Friedrich: Lagerkat. 98 (1900), Nr. 1438
    • Liepmannssohn, 18. Okt. 1895, Nr. 1237
    • Zeune, Richard (Berlin), Cat. 14 (1869), Nr. 449; 1 S. mit Adr.

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Friedrich Kind: Briefe von Karl Maria v. Weber, an Friedrich Kind, in: Zeitung für die elegante Welt, Jg. 32, Nr. 117 (18. Juni 1832), Sp. 931f.
    • Kind: Freischütz-Buch, S. 147, Nr. 15
    • Anonym in: Echo, Jg. 18, Nr. 37 (9. Sept. 1868), S. 303
  • 2. Textzeuge: Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. II B, S. 825–826, Nr. 17

    Quellenbeschreibung

    • Abschrift von Ida Jähns
    • Eine Anmerkungen von F. W. Jähns nach „Cantate“ am Schluss des Briefes: „Jubel-Cantate op. 58. Schlesinger. Berlin. Mit einem 2ten Texte als Ernte-Cantate.“
    • Eine weitere Anmerkung von F. W. Jähns nach „Leipzig“: Siehe in diesem Bande den Brief No. 19. pag.66.

Textkonstitution

  • „auch“über der Zeile hinzugefügt

Einzelstellenerläuterung

  • „… Das aus Ihrem Gedicht schmelzen“Vgl. den Brief vom Vortag.
  • „… u. wie man es will“Zu den Planungs-Änderungen bezüglich der Kantaten-Aufführung vgl. u. a. den Brief an F. Rochlitz vom 14. August 1818.
  • „… das ist nun nicht anders.“Zur Entstehungsgechichte der Jubelkantate vgl. auch Irmlind Capelle, Huldigungszeichen für den Dresdner Hof – Zur Jubel-Kantate von Friedrich Kind und Carl Maria von Weber, in: Tagungsbericht Dresden 2006 sowie weitere Aufsätze und Quellenstudien, Mainz 2007 (= Weber-Studien Bd. 8), S. 45–62.

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