Carl Maria von Weber an Bernhard Hausmann
Hannover, Samstag, 19. August 1820

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Von Herzen bedaure ich Sie nicht gesehen und gesprochen zu haben, um Ihnen auch von Ihrem treflichen Bruder und deßen liebenswürdiger Frau und Schwester* mündlich erzählen zu können.

Hanover will sich mir auch gar nicht ein bischen angenehm machen, da ich in musikalischer Hinsicht weder etwas höre, noch Kiesewetter, Sutor pp sehe.      auch Ramberg ist mir entwischt.      Herr Legationsrath Rudloff, der mich ungemein freundlich aufgenommen, glaubt daß ich im Rükwege wieder hieher kommen möge.      Sie sind so gütig daßelbe zu wünschen, und ich werde daher wenn meine Urlaubszeit nicht zu sehr von Kopenhagen und Hamburg gekürzt worden ist über Hanover nach Hause gehen, und Ihnen einige Zeit vorher meine Ankunft anzeigen.

Herr Sutor wußte daß ich den 18t Abends hier eintreffen würde*, ohne Ihre freundschaftliche Aufmerksamkeit aber wäre ich ganz ohne Nachricht hier geseßen und hätte Zeit verlohren.

Ich nehme mir nun noch die Freyheit Sie um Aufbewahrung beiliegender Briefe zu bitten*, die ich nicht gerne so weit spazieren fahren möchte.

Meine Frau theilt mein Bedauren Sie und Ihre verehrte Gattin nicht gesehen zu haben.

empfangen Sie meinen besten Dank für Ihre thätige Theilnahme, und glauben Sie stets voll der freundschaftlichsten Achtung Ihren ganz ergebenen
Carl Maria von Weber

Apparat

Zusammenfassung

bedauert ihn nicht mehr in Hannover angetroffen zu haben, hofft ihn aber auf der Rückreise dort zu treffen; Sutor habe er ebenfalls nicht sprechen können; bittet ihn um Aufbewahrung beigelegter Empfehlungsbriefe

Incipit

Von Herzen bedaure ich Sie nicht gesehen und

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: Dresden Stadtmuseum
    Signatur: SMD_SD_2021_00159

    Quellenbeschreibung

    • 1 DBl. (1 b. S. o. Adr.)

    Provenienz

    • 2021 Schenkung Monika Staks (geb. Rath)

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Konrad, Ulrich: Carl Maria von Webers Aufenthalt in Göttingen und Hannover. Studien und Dokumente zur Konzertreise 1820, in: Göttinger Jahrbuch 1989, S. 131–142 (Brief S. 141f., mit Faks. S. 143)

    Einzelstellenerläuterung

    • „… deßen liebenswürdiger Frau und Schwester“Möglicherweise ist keine der Schwestern von Bernhard und Friedrich Hausmann (Marie Wedemeyer, Caroline Brandis) gemeint, sondern eine Schwester von Friedrich Hausmanns Ehefrau Wilhelmine, geb. Lüder.
    • „… t Abends hier eintreffen würde“Weber hatte sich lt. Tagebuch am 14. August bei Sutor angekündigt.
    • „… Aufbewahrung beiliegender Briefe zu bitten“Dem Brief liegt ein Umschlag mit den erwähnten Empfehlungsschreiben des Bankhauses Ballabene, von Louis Philippe de Bombelles, Carl Graf Brühl, Wilhelm Reichenbach, Carl Weisse, Franz Hasse, Johann Samuel Ersch, Friedrich Vieweg sowie von der Firma Gebr. Löbbecke an verschiedene Hannoveraner Adressaten bei. Diese Briefe hatte Weber für seine Reise durch Norddeutschland erbeten und gedachte, sie beim erneuten Hannover-Besuch auf der Rückreise von Kopenhagen wieder abzuholen. Da die Rückfahrt allerdings nicht wie ursprünglich geplant über Hannover führte, blieben die Empfehlungsbriefe dort zurück.

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