Carl Maria von Weber an Friedrich Ludwig Schmidt in Hamburg
Dresden, Montag, 26. November 1821

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Geehrtester Herr und Freund!

Man veranlaßt mich Ihnen den jungen Tenorist Wagner (dermalen in Breslau) zu empfehlen, und ich glaube mit Recht folgendes zu seinem Vortheile anführen zu können. Guter freundlicher Charakter, wissenschafftliche Bildung, gute Erziehung, TheaterAnstelligkeit und eine sehr angenehme Stimme, zierten ihn bei seinem Abgange von hier zu seinem 1t Engagement nach Breslau. Dort hat es ihm nun durchaus nicht an Gelegenheit gefehlt, sich Routine zu erwerben, und Mlle. Pohlmann kann Ihnen darüber besser Auskunft geben als ich. Da Er allein in Breslau als Tenorist ist, mag ihm die Anstrengung zu groß, und überhaupt der Wunsch in ihm rege sein, sich weiter in der Welt zu versuchen. Seine frühere Bekanntschaft mit Hrn. Klengel läßt auch auf Verträglichkeit hoffen, und soweit nehme ich keinen Anstand Sie mit diesen Zeilen zu belästigen, und Ihnen Ihrer Theilnahme zu empfehlen.

Troz einiger mächtigen Zensur-Schnitten ist der Freyschütz in Wien über alles Erwarten freundlich aufgenommen worden*. Künftigen Sommer schreib ich in Wien selbst eine neue Oper, erhaltenem Rufe gemäß.

Verzeihen Sie das Eilige meines Geschreibsels und erhalten Sie Ihre Güte und Freundschaft Ihrem
Sie herzlich verehrenden
C. M. vWeber.

Apparat

Zusammenfassung

Empfehlungsschreiben für den Breslauer Tenoristen Wagner; Mlle. Pohlmann könne noch besser über ihn Auskunft geben, auch sei er früher mit Klengel bekannt gewesen; erwähnt, dass der Freischütz in Wien trotz Zensur gut aufgenommen wurde

Incipit

Man veranlaßt mich Ihnen den jungen Tenorist Wagner (dermalen in Breslau)

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung in 2 Textzeugen

  • 1. Textzeuge: verschollen

    Provenienz

    • 1875 noch im Besitz von Hinrich Böckmann (1809–1891), Oberalter von St. Petri, der seit 16. September 1835 mit F. L. Schmidts Tochter Auguste verheiratet war (vgl. Hermann UhdesBrief an F. W. Jähns vom 8. Oktober 1875)

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Denkwürdigkeiten des Schauspielers, Schauspieldichters und Schauspieldirektors Friedrich Ludwig Schmidt (1772–1841), hg. von Hermann Uhde, Bd. 2, Hamburg 1875, S. 171 (kurzer Ausschnitt)
  • 2. Textzeuge: Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
    Signatur: Weberiana Cl. V, Mappe XIX, Abt. 5, Nr. 5b

    Quellenbeschreibung

    Dazugehörige Textwiedergaben

    • Kopie: Berlin (D), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung (D-B)
      Signatur: Weberiana Cl. II B, 4, Nachtrag, Nr. 11, S. 949f.

      Quellenbeschreibung

Textkonstitution

  • „f“durchgestrichen.
  • „n“durchgestrichen.
  • „ver“über der Zeile hinzugefügt.

Einzelstellenerläuterung

  • Ihnenrecte „Ihn“.
  • „… alles Erwarten freundlich aufgenommen worden“Wiener Erstaufführung am Kärntnertortheater am 3. November 1821.

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