Carl Maria von Weber an den Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz
Dresden, Freitag, 18. Januar 1822

Zurück

Absolute Chronologie

Vorausgehend

Folgend


Korrespondenzstelle

Vorausgehend

Folgend

Sr Wohlgebohren den Herrn Schott Söhne in Mainz.

Da ich wegen so manchem Mißbrauch der mit Partituren getrieben wird*, mir von jeder geehrten Theater Direktion ein Revers wegen des nicht weiter Verkaufs, Vertausches pp ausgebeten und erhalten habe, So muß ich Sie ersuchen mir statt eines Hoftheaters, zu sagen welches Hoftheater meine Oper zu haben wünscht, Berlin, Wien, München, Hannover, Koppenhagen, Carlsruh pp besizzen sie bereits.

Bühnen des 1t. Ranges haben sie mit 100 – 60 = und selbst Privat Direktionen mit 40 # honorirt. Das geehrte Hoftheater für das Sie sie zu haben wünschen, kann hier seinem eignen Ermeßen gemäß wählen.

Für die Theilnahme die Sie bei dieser Gelegenheit aussprechen, bin ich Ihnen sehr verbunden, und grüße Sie ebenfalls aufs freundschaftlichste

Carl Maria von Weber

Apparat

Zusammenfassung

erkundigt sich, welches Hoftheater eine seiner Partituren (Freischütz) verlange; Bühnen 1. Ranges hätten sie mit 100–60 Dukaten, Privatdir. mit 40 honoriert; - angefügt Anmerkung v. Karl J. Wagner, daß Ludewig I. 60 Dukaten gezahlt habe

Incipit

… Da ich wegen so manchem Mißbrauch der mit Partituren getrieben wird

Verantwortlichkeiten

Übertragung
Eveline Bartlitz; Joachim Veit

Überlieferung

  • Textzeuge: In Privatbesitz

    Quellenbeschreibung

    • mit Antwortentwurf: „In obiger Angelegenheit schreiben Sie Herrn Carl M. v.Weber, daß die Oper, für das hiesige Hoftheater ist, daß nie von hier aus eine Abschrift einem andern Theater mitgetheilt u daß ebenso wenig gegen andre Opern umgetauscht wird. Se. Königl. Hoheit haben allergnädigst bestimmt für die Oper 60 Dukaten auszahlen zu lassen, so wie solche eingegangen ist.“
    • Wagner
    • Gemeint ist das Hoftheater in der Residenzstadt Darmstadt (Mainz gehörte seit 1816 zum Großherzogtum Hessen). Vgl. dazu auch K. J. Wagners Brief vom 4. Februar 1822.
    • Auf dem Brief Bleistiftnotizen von späterer Hand: zu Wagners Nachschrift: "früher Kapellmeister unter dem alten Grosherzog in Darmstadt"; oben "Carl Maria von Weber" und eine umkreiste "66".

    Provenienz

    • Bassenge Buchauktion 113: Autographen (Katalog publiziert am 19. März 2019), S. 132–133
    • Stargardt Kat. 677 (18./19. März 2003), Nr. 1077 (für 4.100 Euro ersteigert von Unbekannt)
    • lt. Liste von Kaiser (vor 1918) im Besitz von Prof. Stoll, Kassel
    • Boerner, C.G.: Auktionskat. 87 (19./20. Febr. 1907), Nr. 411
    • Liepmannssohn Verst. 34 (19./20. Mai 1904), Nr. 1051

    Einzelstellenerläuterung

    • „… der mit Partituren getrieben wird“Weber befürchtete möglicherweise bereits zu diesem Zeitpunkt, dass Schott eine Partitur-Ausgabe des Freischütz planen könne, wie er im April 1822 im Brief an Gottfried Weber schrieb.

      XML

      Wenn Ihnen auf dieser Seite ein Fehler oder eine Ungenauigkeit aufgefallen ist,
      so bitten wir um eine kurze Nachricht an bugs [@] weber-gesamtausgabe.de.